Freitag, 28. Februar 2020

Bayreuther Festspiele Siemens beendet Sponsoring

"Tannhäuser"-Aufführung in Bayreuth: Viermal wurden die Festspiele bisher auf einer Leinwand übertragen

Eine Wagner-Oper als Public-Viewing-Event unter freiem Himmel? Bisher ermöglichte Siemens als Sponsor Bayreuther Festspiele zum Nulltarif. Doch der Veranstaltung droht nun das Aus: Der Münchener Konzern stellt seine finanzielle Unterstützung ein.

Bayreuth - Siemens wolle sich nach vier Jahren künftig bei anderen Projekten engagieren, sagte ein Unternehmenssprecher. Damit bestätigte er einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt".

Die Beendigung des Sponsorings gelte ab der Saison 2012. Der Schritt sei mit der Festspielleitung bereits im Frühjahr abgesprochen worden, sagte der Sprecher weiter.

Siemens finanzierte seit 2008 die sogenannte Festspielnacht mit Public Viewing auf dem Bayreuther Volksfestplatz und die Liveübertragung im Internet. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen betrug das Engagement des Konzerns rund eine Million Euro pro Jahr. "Wir sind aber niemals der Hauptsponsor der Bayreuther Festspiele gewesen", betonte der Siemens-Sprecher.

Festspielnacht und Internetübertragung gehörten zu den Neuerungen, die die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier nach ihrem Amtsantritt in Bayreuth eingeführt hatten. Nach Informationen der "Welt" ist ihr Fortbestand nach dem Siemens-Ausstieg nun akut gefährdet.

Die Bayreuther Festspiele machen derzeit Betriebsurlaub. Die Leitung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Festspielsaison 2011 war am 28. August zu Ende gegangen.

mg/dapd

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