UPM Finnen schließen deutsche Papierfabrik

Nach 130 Jahren ist Schluss: Die neuen Eigentümer schließen die Papierfabrik im badischen Albbruck. Der finnische Papierkonzern UPM will die Produktionskapazität um 1,2 Millionen Tonnen senken, obwohl er zuletzt gute Geschäftszahlen meldete. Mehr als 1000 Stellen werden gestrichen.
Papierproduktion: "Bedeutende Überkapazität"

Papierproduktion: "Bedeutende Überkapazität"

Foto: DPA

Helsinki - Der finnische Papierkonzern UPM hat die Schließung seines badischen Tochterbetriebs Albbruck mit 577 Beschäftigten angekündigt. Wie am Mittwoch aus Helsinki verlautete, soll das seit 1882 bestehende Werk bis zum Jahresende stillgelegt werden, ebenso wie das im finnischen Kouvola. Eine Unternehmenssprecherin sagte weiter, dass durch Einschränkungen bei anderen deutschen Töchtern weitere 125 Arbeitsplätze wegfallen. Binnen eines Jahres wolle der Konzern außerdem seine Anteile am Werk im französischen Stracel verkaufen.

"Die Papierindustrie sieht sich aufgrund hoher Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten sowie bedeutender Überkapazität mit schwerwiegenden Herausforderungen konfrontiert", erklärte UPM-Vorstandschef Jussi Pesonen. Das Papiergeschäft seines Konzerns sei derzeit nicht profitabel. Die Einsparungen seien "die einzige Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Papiergeschäfts sichtbar zu verbessern".

UPM verkündete seine Einsparungen gut vier Wochen, nachdem das Unternehmen ausgezeichnete Halbjahreszahlen vorgelegt hatte. Von Januar bis Juni hatte der Konzern demnach seinen Gewinn um 94 Prozent auf 464 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis je Aktie hatte sich mehr als verdoppelt, auf 89 Cent.

UPM hatte Ende 2010 die Übernahme des heimischen Konkurrenten Myllykoski Corporation und der dazugehörenden Rhein Papier GmbH mit sieben deutschen Werken bekanntgegeben. Nach Überprüfung der "langfristigen Konkurrenzfähigkeit" aller eigenen Werke wolle man die Kapazität zur Herstellung von Papier für Zeitungsmagazine an den globalen Bedarf anpassen, hieß es aus Helsinki.

Dabei sollen in Deutschland, Finnland und Frankreich pro Jahr 1,2 Millionen Tonnen weniger produziert werden. Außerdem will UPM die Herstellung von Zeitungspapier um 110.000 Tonnen vermindern. Insgesamt würden 1170 von insgesamt 24.500 Arbeitsplätzen bei UPM wegfallen, teilte der Konzern mit. In Deutschland sind auch das bayerische UPM-Tochterwerk Ettringen und die UPM Nordland Papier in Dörpen im niedersächsischen Emsland betroffen. Insgesamt beschäftigt das finnische Unternehmen 5420 Mitarbeiter in Deutschland.

ak/dpa-afx/afp
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