Teure seltene Erden Osram hebt Leuchtenpreise um ein Viertel an

Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne hat der Leuchtmittel-Hersteller Osram eine Preiserhöhung für Energiesparlampen angekündigt. Grund für den 25-prozentigen Aufschlag seien gestiegene Rohstoffpreise: Die Kosten der benötigten seltenen Erden hätten sich verachtfacht.
Osram-Produktion: Nur LED-Lampen sind vom Preisaufschlag ausgenommen.

Osram-Produktion: Nur LED-Lampen sind vom Preisaufschlag ausgenommen.

Foto: Johannes Simon/ Getty Images

München - Inklusive einer Preiserhöhung vom Frühjahr verteuern sich laut Osram-Sprecher Stefan Schmidt Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren um bis zu 25 Prozent. Hintergrund sei nicht das Glühbirnenverbot, sondern der rasante Anstieg der Rohstoffpreise: "Seltene Erden sind in den vergangenen zwölf Monaten um 700 Prozent teurer geworden."

Für die Produktion der Leuchtmittel würden vor allem Lanthan, Europium, Terbium und Yttrium aus der Gruppe der seltenen Erden benötigt, erläuterte Schmidt am Mittwoch. Den Osram-Kunden sei die Preiserhöhung schon vor einigen Wochen angekündigt worden. Ob und wie stark diese Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben würden, liege allerdings beim Handel, erklärte Schmidt weiter.

Osram-Vorstand Martin Goetzeler hatte zuvor der "Financial Times Deutschland" erklärt, er rechne mit Preissteigerungen in der gesamten Branche. Laut dem Bericht werde auch der niederländische Wettbewerber Philips  zum 1. Oktober seine Preise erhöhen.

China verknappt seltene Erden

Die sogenannten seltenen Erden sind Metalle mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Diese machen sie unentbehrlich für die Herstellung vieler Hightech-Produkte wie etwa Handys, Computerchips, Flachbildschirme oder Touchscreens bei Navigationsgeräten. Sie werden auch in Batterien, Magneten, Glasfaserkabel, Katalysatoren und eben in Energiesparlampen eingesetzt.

Die Weltproduktion der seltenen Erden lag zuletzt bei etwa 160.000 Tonnen. Bis zu 97 Prozent der weltweiten Förderung und des Angebots kommen aus China, das aber den Export künstlich drosselt und damit auch den Ärger der Welthandelsorganisation auf sich zieht. In Europa gibt es nur unbedeutende Produktion. Wegen der technologischen Innovationen steigt die Nachfrage enorm. Deshalb sind Engpässe bei einzelnen seltenen Erden in den nächsten Jahren nicht auszuschließen. Der Osram-Sprecher merkte an, dass lediglich Leuchtdioden (LED) von den Preiserhöhungen ausgenommen seien, weil sie kaum entsprechende Metalle enthielten.

Die Erhöhung trifft den Markt in einem Moment, da die Nachfrage nach Energiesparlampen deutlich steigen dürfte. Ab Donnerstag müssen Glühlampen mit einer Leistungsaufnahme von mehr als 40 Watt aus den Läden in der Europäischen Union verschwinden. Zuvor waren schon 100- und 75-Watt-Lampen verbannt worden. Das soll Umwelt und Klima schützen, denn moderne Lampen verbrauchen im Betrieb deutlich weniger Energie.

ak/dpa-afx/afp/dapd
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