Sonntag, 25. August 2019

Nach geplatztem Arktis-Deal Moskauer BP-Büros durchsucht

Zusammenarbeit geplatzt: BP und Rosneft wollten gemeinsam Ölvorkommen in der Arktis erkunden

Die Moskauer Büros des Ölmultis BP wurden durchsucht. Die geplatzte Zusammenarbeit mit dem Ölkonzern Rosneft veranlasste einen Aktionär zu klagen. BP habe für die dazu anberaumte Gerichtsverhandlung wichtige Dokumente nicht zur Verfügung gestellt.

Moskau - Die russische Justiz hat die Büros des britischen Ölkonzerns BP in Moskau durchsuchen lassen. Es gehe darum, Dokumente für ein Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen in Sibirien sicherzustellen, teilte die Justiz laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit. Im sibirischen Tjumen verhandelt ein Schiedsgericht ab Mitte Oktober über die geplatzte Zusammenarbeit zwischen BP und dem russischen Ölriesen Rosneft bei der Erkundung von Ölvorkommen in der Arktis. Für dieses Vorhaben wählte Rosneft inzwischen den US-Konzern ExxonMobil als Partner, wie Regierungschef Wladimir Putin am Dienstag mitgeteilt hatte.

BP ist in Russland seit Langem mit dem Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP aktiv, an dem der britische Konzern und eine Gruppe russischer Milliardäre jeweils die Hälfte halten. Diese Teilhaber, die sich zu der Investorengruppe AAR zusammengeschlossen haben, hatten das geplante Arktis-Abkommen zwischen BP und Rosneft Börsen-Chart zeigen gerichtlich verhindert. Vor dem Schiedsgericht in Tjumen verlangt ein Aktionär von TNK-BP nun eine Entschädigung wegen des geplatzten Deals in Höhe von 87 Milliarden Rubel (3,6 Milliarden Euro) von BP. Ein Anwalt dieses Aktionärs sagte der Nachrichtenagentur Interfax, BP habe für die Gerichtsverhandlung wichtige Dokumente nicht zur Verfügung gestellt.

Statt BP wird nun Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen zusammen mit Rosneft in der Karasee in der Arktis nach Öl bohren. In der schwer zugänglichen Arktis werden riesige Vorkommen vermutet, die mit dem Klimawandel und dem damit einhergehenden Abschmelzen des Eises durch Tiefseebohrungen ausgebeutet werden könnten. Rosneft verfügt dort bereits über Fördergebiete. Der Konzern ist aber auf technische und finanzielle Hilfe angewiesen.

sk/afp

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