Hochtief-Tochter Leighton feuert Vorstandschef

Köpferollen bei Hochtiefs einstiger Vorzeigetochter Leighton: Nur einen Tag nach dem Abgang des Verwaltungsratschef muss auch Leighton-Vorstandschef David Stewart seinen Hut nehmen. Für beide Posten sind bereits die Nachfolger bekannt, die Hochtief-Aktie liegt im Plus.
Hochtief-Arbeiter auf einer Baustelle: Die australische Tochter Leighton wechselt nach schlechten Zahlen ihre Spitzenmanager aus

Hochtief-Arbeiter auf einer Baustelle: Die australische Tochter Leighton wechselt nach schlechten Zahlen ihre Spitzenmanager aus

Foto: dapd

Sydney - Die Hochtief-Tochter Leighton hat auch den operativen Chef verloren und besetzt die Unternehmensspitze neu. Hamish Tyrwhitt werde mit sofortiger Wirkung die Nachfolge des nur acht Monate amtierenden bisherigen Unternehmenschefs (CEO) David Stewart übernehmen, teilte die australische Gesellschaft am Donnerstag mit. Auch für den am Vortag ausgeschiedenen Board-Chef David Mortimer sei mit Stephen Johns ein Nachfolger gefunden worden. Die Aktie stand in Australien zeitweise kräftig unter Druck.

Der australische Baukonzern Leighton war über Jahre die Ertragsperle des deutschen Baukonzerns Hochtief , der mittlerweile mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehört. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (Ende Juni) rutschte die Hochtief-Tochter aber wegen Abschreibungen und Verzögerungen von Bauprojekten deutlich in die roten Zahlen.

Der hohe Fehlbetrag bei Leighton drückte auch Hochtief im ersten Quartal in die Verlustzone. Im zweiten Quartal kehrte die Essener Mutter zwar wieder in die schwarzen Zahlen zurück, Verluste bei der australischen Tochter lasteten aber erneut auf dem Hochtief-Gewinn.

Analyst: Unsicherheit bei Leighton nimmt zu

Um 10:40 Uhr lag die Hochtief-Aktie 1,96 Prozent im Plus. Die Commerzbank  hat die Einstufung für Hochtief nach dem Wechsel in der Führungsetage bei der australischen Tochter Leighton auf "Add" mit einem Kursziel von 59,00 Euro belassen. Nachdem Leighton Stephen Johns zum neuen Chairman ernannt und nun auch noch CEO David Stewart durch Hamish Tyrwhitt ersetzt habe, nehme die Unsicherheit nur noch zu, schrieb Analyst Norbert Kretlow in einer Studie vom Donnerstag.

Auch wenn Tyrwhitt als ehemaliger Chef von Leighton Asia der richtige Nachfolger sei, dürften zwei wichtige Management-Veränderungen letztendlich doch zu einem Konflikt führen. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Hochtief mehr Einfluss nehmen wolle.

wed/dpa-afx/rtr
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