Montag, 9. Dezember 2019

BP Fünf Milliarden Dollar für die Opfer der Ölpest

Ölpest: BPs milliardenschwere Kostenstellen
AFP

Der vom britischen Ölkonzern BP bereitgestellte Fonds zur Entschädigung der Opfer der Ölpest im Golf von Mexiko hat bisher fünf Milliarden Dollar gezahlt. Ansprüche können auch weiterhin geltend gemacht werden.

New York - Der nach der Ölpest im Golf von Mexiko eingerichtete Entschädigungsfonds hat bislang fünf Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) an die Opfer der Umweltkatastrophe ausgezahlt. Die Entschädigungen seien an Unternehmen und Einzelpersonen in den fünf US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama, Texas und Florida geflossen, teilte der Fonds ein Jahr nach seiner Einrichtung mit. Ingesamt 359.441 Anträgen von 204.434 Beschwerdeführern wurde demnach stattgegeben. 440.000 Anträge seien abgelehnt worden.

Die BP-Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" war im April 2010 explodiert und gesunken, dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Im Anschluss flossen Millionen Liter Erdöl ins Meer. Durch die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA wurden die südliche US-Küste sowie wichtige Krabben- und Fischfanggewässer verschmutzt. Auch der Tourismus in der Region ging deutlich zurück.

Vier Monate nach dem Unglück wurde der Entschädigungsfonds eingerichtet, für den der BP-Konzern 20 Milliarden Dollar bereitstellte. Geleitet wird der Fonds von dem Anwalt Kenneth Feinberg. In dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht hieß es, der Fonds sei zwar nicht "perfekt", habe aber "weitgehend sein vorrangiges Ziel erreicht". Weitere Ansprüche an den Fonds können noch bis August 2013 geltend gemacht werden.

Im Juli hatte BP seine Absicht erklärt, die Entschädigungen für Opfer der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zurückzufahren. Da sich die Region erholt habe, sollten die Zahlungen für künftige Einbußen Einzelner und Unternehmen eingestellt werden, hieß es in einem Papier des Konzerns. Alle "legitimen Ansprüche" würden aber weiterhin erfüllt. Der britische Ölkonzern hat die Kosten der Katastrophe auf 41,3 Milliarden Dollar inklusive der Entschädigungszahlungen beziffert.

sk/afp

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