Hochtief-Tochter Leighton-Chef Mortimer gibt auf

Hochtiefs einstige australische Ertragsperle Leighton schreibt seit Monaten rote Zahlen. Nun sorgt Leighton-Verwaltungsratschef David Mortimer für eine handfeste Überraschung: Er verlässt mit sofortiger Wirkung das Direktorium  - angeblich aus persönlichen Gründen.
Leighton-Baustelle für den Parramatta Rail Link: Nach tiefroten Zahlen hat der Chef der Hochtief-Tochter sich nun überraschend zurückgezogen

Leighton-Baustelle für den Parramatta Rail Link: Nach tiefroten Zahlen hat der Chef der Hochtief-Tochter sich nun überraschend zurückgezogen

Foto: Hcohtief

Sydney - Die Hochtief-Tochter Leighton verliert ihren Board-Chef. David Mortimer verlasse mit sofortiger Wirkung das Leighton-Direktorium, teilte Australiens größter Baukonzern am Mittwoch in Sydney mit. Einen Nachfolger will Leighton in naher Zukunft präsentieren. Für Investoren kam die Ankündigung allerdings überraschend. Die Aktie geriet im australischen Handel unter Druck und büßte über drei Prozent an Wert ein. Doch der Aktie von Hochtief  in Deutschland taten die Neuigkeiten gut: Sie gewann bis 10:45 Uhr 2,87 Prozent auf 46,09 Euro.

Der Leighton-Manager habe das Unternehmen nicht auf Druck von Hochtief verlassen, betonte ein Hochtief-Sprecher auf Anfrage. Leighton führe persönliche Gründe für das Ausscheiden Mortimers an. Der neue Hochtief-Chef Frank Stieler hatte erst jüngst angekündigt, nach Problemen in Australien härter bei Leighton durchgreifen zu wollen. Spekulationen über eine Erkrankung des seit Juni 2007 amtierenden Board-Chefs habe die Tochter jedoch zurückgewiesen.

Der australische Baukonzern Leighton war über Jahre die Ertragsperle des deutschen Baukonzerns Hochtief, der mittlerweile mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS  gehört. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (Ende Juni) rutschte die Hochtief-Tochter aber wegen Abschreibungen und Verzögerungen von Bauprojekten deutlich in die roten Zahlen.

Die hohen Verlust bei Leighton drückten auch Hochtief im ersten Quartal in die Verlustzone. Im zweiten Quartal kehrte die Essener Mutter zwar wieder in die schwarzen Zahlen zurück, Verluste bei der australischen Tochter drückten aber erneut auf den Hochtief-Gewinn.

wed/dpa-afx
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