ThyssenKrupp Neuer Interessent für Blohm+Voss

Nach dem geplatzten Verkauf der Zivilsparte von Blohm + Voss steht ThyssenKrupp nun mit einem neuen Interessenten in Verhandlungen. Wer der Finanzinvestor ist, will der Industriekonzern allerdings nicht verraten.
Blohm + Voss-Dock in Hamburg: Gerüchten zufolge kommt der mögliche Investor aus Großbritannien

Blohm + Voss-Dock in Hamburg: Gerüchten zufolge kommt der mögliche Investor aus Großbritannien

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Essen/Hamburg - Mit dem Finanzinvestor sei bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, sagte eine Sprecherin von ThyssenKrupp auf Anfrage. Den Namen des Interessenten wollte sie nicht nennen. Er kommt dem Vernehmen nach aus Großbritannien. Offiziell spricht das Unternehmen aber nur von einem europäischen Investor.

Auch zu einem Zeitplan machte der Konzern keine Angaben. Die Absichtserklärung sei die Basis für die Verhandlungen, die sich noch in einem frühen Stadium befänden. Zum zivilen Teil von Blohm + Voss zählen der Bau von Luxusjachten, ein Reparatur- und ein Maschinenbausektor.

Das Unternehmen informierte am Montag in einer Betriebsversammlung die Belegschaft über die Gespräche mit dem Investor. In einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem die Tageszeitung "Die Welt" zitierte, versicherte das Werften-Management, dass es "sogenannte Wertsteigerungen nach Heuschreckenmanier durch Personalabbau oder sonstiges Aushöhlen von Unternehmen" bei Blohm + Voss nicht geben werde.

Finanzinvestor will Blohm + Voss stabilisieren und weiterverkaufen

Ziel des Investors sei es, das Unternehmen so zu stabilisieren, dass es wieder für andere Erwerber interessant wird, "die zum gegenwärtigen Zeitpunkt das unternehmerische Risiko eines neuen Jachtauftrages nicht tragen wollen". "Ein späterer Weiterverkauf an diesen Interessentenkreis sollte uns daher nicht schrecken", hieß es. Blohm + Voss ist stark von einzelnen Bestellungen teurer Super-Luxusjachten abhängig, von denen zuletzt aber immer weniger eingingen.

ThyssenKrupp  wollte den Großteil von Blohm + Voss eigentlich an den arabischen Schiffsbauer Abu Dhabi Mar verkaufen. Anfang Juli erklärte der Konzern die zweijährigen Verhandlungen dann aber für gescheitert.

Den militärischen Teil seiner Werften will ThyssenKrupp zunächst in eigener Regie weiterentwickeln. Keine Chancen sieht die Dax-Gesellschaft nach eigenen Angaben für einen Zusammenschluss mit der Marinesparte des französischen Staatskonzerns DCNS, über den zuletzt wiederholt spekuliert worden war.

mg/dpa-afx

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