Teurer Abwehrkampf Demag Cranes rutscht in die Verlustzone

Kurz vor der Übernahme durch den US-Baumaschinenkonzern Terex kann Demag Cranes noch einmal eine positive Bilanz ziehen. Im dritten Quartal steigerte der Kranhersteller Umsatz und operativen Gewinn, unter dem Strich rutschte er wegen des Abwehrkampfs in die roten Zahlen.
Demag-Kran: Ohne den teuren Abwehrkampf hätte sich der Quartalsgewinn auf zehn Millionen Euro mehr als verdoppelt

Demag-Kran: Ohne den teuren Abwehrkampf hätte sich der Quartalsgewinn auf zehn Millionen Euro mehr als verdoppelt

Foto: DPA

Düsseldorf - Auftragseingang, Umsatz und operativer Gewinn seien gestiegen, teilte Demag Cranes mit. Wegen Kosten für die Übernahme durch den US-Baumaschinenkonzern Terex und negativen Steuereffekten stand unter dem Strich allerdings ein Verlust von 24 Millionen Euro. Ohne diese Effekte hätten das noch im MDax notierte Unternehmen seinen Gewinn auf 10,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

"Wir sind mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden und liegen im Hinblick auf unsere Jahresprognose voll auf Kurs", sagte Vorstandschef Aloysius Rauen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 (per Ende September) will Rauen einen Umsatz von rund 1,06 Milliarden Euro schaffen. Die operative Marge (Ebit) soll bei rund 6,4 Prozent liegen.

Analysten hatten bereits erwartet, dass der letztlich aufgegebene Abwehrkampf gegen die Übernahme Spuren in der Bilanz hinterlassen würde. Allein für Berater, die das Übernahmeangebot prüften, gab Demag Cranes  20,9 Millionen Euro aus.

Operativen Gewinn um 87 Prozent gesteigert

Zudem verliert der Konzern durch die Übernahme seine Verlustvorträge. Rund 2,8 Millionen Euro buchte das Unternehmen als Rückstellung für Abfindungsansprüche. Obwohl die Düsseldorfer als Voraussetzung für ihre Zustimmung umfangreiche Zugeständnisse, wie Standort- und Arbeitsplatzgarantien aushandeln konnten, werden Aufgaben wie die Kommunikation mit den Investoren oder Versicherungen eingestellt. Betroffenen Mitarbeitern stehen Abfindungen zu.

Zwischen April und Juni stiegen die Bestellungen in allen Sparten um insgesamt 14,1 Prozent auf 277,3 Millionen Euro. Der Umsatz legte um mehr als ein Viertel auf 260,3 Millionen Euro zu. Operativ verdiente der Konzern 18,7 Millionen Euro und damit fast 87 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Demag Cranes ist der weltgrößte Hersteller von Hafenmobilkränen, die Container an Land bewegen, das meiste Geschäft macht der Konzern aber mit Industriekränen, zudem steuert das margenstarke Servicegeschäft einen großen Teil des Umsatzes und des Gewinns bei.

Die Düsseldorfer hatten sich lange gegen die Avancen von Terex gesträubt, Mitte Juni jedoch ihren Widerstand aufgegeben, nachdem der US-Konzern umfangreiche Zusagen gemacht hatte. Zudem wurde das Angebot von zunächst 41,75 Euro auf 45,50 Euro je Anteilsschein kräftig erhöht. Terex will mit der Übernahme sein Portfolio ergänzen. Die US-Amerikaner sind bislang bei Hubarbeitsbühnen, Baumaschinen und Kränen aktiv.

mg/dpa-afx

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