Luftfahrt Fluglotsen stimmen für Streik

Mitten in der Urlaubszeit droht ein Streik der Fluglotsen in Deutschland. Die deutschen Fluglotsen erhöhen in dem monatelangen Tarifkonflikt mit der Deutschen Flugsicherung den Druck. Am Mittwoch könnte der Flugverkehr erstmals zum Erliegen kommen.
Flughafen: Ab Mittwoch kann es zu Flugausfällen kommen, sofern Fluggesellschaften und GDF nicht noch eine Verhandlungslösung erzielen

Flughafen: Ab Mittwoch kann es zu Flugausfällen kommen, sofern Fluggesellschaften und GDF nicht noch eine Verhandlungslösung erzielen

Foto: Peter Steffen/ dpa

Frankfurt am Main - In einer Urabstimmung stimmten die Fluglotsen einem Streik mit 95,8 Prozent zu, wie deren Gewerkschaft GdF am Montag in Frankfurt mitteilte.

Am Dienstag werde nun der GdF-Bundesvorstand über das Abstimmungsergebnis und das weitere Vorgehen entscheiden, danach könnte gestreikt werden. Die GdF werde jede Arbeitsniederlegung 24 Stunden vorher ankündigen.

Damit könnte der Flugverkehr erstmals am Mittwoch zum Erliegen kommen. Noch ist aber eine Verhandlungslösung möglich. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) legte am Wochenende ein verbessertes Angebot vor, um den drohenden Streik noch abzuwenden. Bewerten wollte die Gewerkschaft den Vorschlag noch nicht, da dafür die Zeit gefehlt habe, sagte ein GdF-Sprecher. "Das Ergebnis der Urabstimmung bleibt gültig, auch wenn wir auf Basis des Angebots noch mal an den Verhandlungstisch zurückkehren würden", betonte er.

Die Fluglotsen haben eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent über zwölf Monate verlangt und stellen einige Zusatzforderungen. Das Unternehmen bietet eine Erhöhung der Tarifgehälter ab 1. August um jeweils 3,2 Prozent plus eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehalts vor. Ab 1. November 2012 würden die Gehälter dann um weitere zwei Prozent, mindestens aber in Höhe der Inflationsrate steigen.

In Deutschland arbeiten nach GdF-Angaben etwa 5500 Beschäftigte bei der Flugsicherung, davon 2400 Fluglotsen. Die Gewerkschaft vertritt rund 3200 Mitarbeiter.

la/reuters