Gepfändeter Regierungsjet Thailands Kronprinz will Kaution zahlen

Der thailändische Kronprinz will den Streit um sein auf dem Münchener Flughafen gepfändetes Flugzeug beilegen und ist bereit, dafür 20 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen zu zahlen. Die Beziehungen beider Länder sollten unter der Angelegenheit nicht leiden, lautete die Begründung.
Streitobjekt: Thailands Kronprinz lenkt ein

Streitobjekt: Thailands Kronprinz lenkt ein

Foto: Schneider Geiwitz & Partner/ dpa

Bangkok/München - Thailands Kronprinz will eine Kaution von 20 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen bezahlen, um sein in München gepfändetes Flugzeug wiederzubekommen. Maha Vajiralongkorn wünsche nicht, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Thailand unter der Angelegenheit litten, teilte sein Büro in Bangkok zur Begründung mit.

Die von dem Prinzen benutzte Boeing 737 war Mitte Juli am Münchener Flughafen festgesetzt worden, um eine millionenschwere Altforderung aus dem Insolvenzverfahren des Baukonzerns Walter Bau gegenüber Thailand einzutreiben. Die Nacht- und Nebelaktion verärgerte die thailändische Regierung, nach deren Angaben der Jet zum Privatbesitz der Königlichen Hoheit zählt. Der Insolvenzverwalter betrachtet das Flugzeug als Eigentum der thailändischen Regierung.

Das Landgericht Landshut hatte zur Bedingung für den Weiterflug gemacht, dass eine Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro hinterlegt werden. Dies sei notwendig, weil die Eigentumsverhältnisse noch nicht geklärt seien. Derzeit sei ein Gutachten in Arbeit, vor Mitte September werde es keine gerichtliche Entscheidung geben, hieß es.

Anfänge des Rechtsstreits liegen 20 Jahre zurück

Außenminister Kasit Piromya hatte die Pfändung als schweren Fehler bezeichnet und war eigens nach Deutschland gereist, um die Freigabe des Jets zu erwirken. Das Außenministerium in Berlin bedauerte die Unannehmlichkeiten für den Prinzen, verwies aber auf die Unabhängigkeit der deutschen Justiz.

Die thailändische Regierung war selbst nicht bereit, das Geld beim Landgericht zu hinterlegen. Der Kronprinz hatte sich derweil ein zweites Flugzeug einfliegen lassen. Damit sei er in den vergangenen Tagen regelmäßig unterwegs gewesen, sagte ein Flughafensprecher. Die baugleiche versiegelte Maschine stehe derweil in einem Hangar.

Die Anfänge des Rechtsstreits liegen 20 Jahre zurück. Damals hatte sich der 2001 mit der Walter Bau fusionierte Baukonzern Dywidag am Bau einer Autobahn in Bangkok beteiligt. Wegen angeblicher Vertragsverstöße der thailändischen Regierung machte 2007 die bereits insolvente Walter Bau Schadensersatzansprüche von mehr als 30 Millionen Euro geltend.

sk/dapd
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