Osram AG bekommt eine halbe Milliarde Euro Grundkapital

Die Siemens-Tochter für Lichttechnik, Osram, hat nun den Status einer Aktiengesellschaft und eine eigene Kapitalausstattung. Doch wann und zu welchem Preis sie an die Börse geht, ist noch offen.
Von Cornelia Knust
Der Börsenkandidat Osram könnte noch eine Weile Kandidat bleiben.

Der Börsenkandidat Osram könnte noch eine Weile Kandidat bleiben.

Foto: Armin Weigel/ dpa

München - Mit einem Grundkapital von 563 Millionen Euro ist der Börsenkandidat Osram, bisher eine GmbH, jetzt als Aktiengesellschaft in das Handelsregister eingetragen worden. Das geht aus dem entsprechenden Registerauszug hervor. In Unternehmenskreisen wird die Kapitalausstattung als akzeptabel bewertet. Der Hersteller von Leuchtmitteln hat im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Die hundert Jahre alte Marke, die seit 1978 vollständig zu Siemens gehört, geht damit einen ersten Schritt in Richtung Selbständigkeit. Die drei bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Dehen (Vorsitz), Martin Goetzeler (COO) und Klaus Patzak (Finanzen) agieren nun als Vorstandsmitglieder. Unverändert gültig ist vorerst der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Siemens AG  aus dem Jahr 1993.

Die erste Hürde für den geplanten Börsengang ist genommen. Der Börsenprospekt - seine Fertigstellung war bis Juli geplant gewesen - dürfte ebenfalls bereitliegen. Deutsche Bank , Goldman Sachs  und UBS  sind mit der Durchführung des Börsengangs federführend beauftragt.

Nervosität an den Märkten

Doch nach einer schnellen Platzierung sieht es derzeit nicht mehr aus. Offiziell war ohnehin der "Herbst" als Zeitpunkt des Börsengangs angekündigt worden. Das Umfeld an den Kapitalmärkten ist derzeit schwierig. Die Euro-Krise macht die Anleger nervös. Osram-Wettbewerber wie Philips  und Siemens-Wettbewerber wie Alstom  haben enttäuschende Geschäftszahlen veröffentlicht.

Gleichzeitig laufen bei Osram Patentstreitigkeiten mit dem koreanischen Wettbewerber Samsung. Auch die Integration des Zukaufs Siteco, der zum 1. Juli 2011 endgültig vollzogen wurde, muss neben den Vorbereitungen für den Börsengang abgearbeitet werden.

Siemens will sein Ergebnis für das dritte Quartal am 28. Juli veröffentlichen und in einer Telefonkonferenz erläutern. Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hatte kürzlich auf einer Analystenkonferenz in Schanghai vor einer Verlangsamung des Aufschwungs gewarnt, was die Siemens-Aktie belastete.