US-Chemiekonzern Clorox Icahn blitzt mit Zehn-Milliarden-Gebot ab

Starinvestor Carl Icahn wagt erneut einen spektakulären Übernahmekampf. Er bietet 10 Milliarden Dollar für den US-Konsumgüterhersteller Clorox, der die Offerte zurückweist. Icahn legt Clorox sogar nahe, andere Gebote von der Konkurrenz einzuholen.
Investor Icahn: Rät Clorox, sich nach anderen Bietern umzusehen

Investor Icahn: Rät Clorox, sich nach anderen Bietern umzusehen

Foto: Getty Images

Oakland (Kalifornien) - Der US-Konsumgüterkonzern Clorox hat das Milliardenangebot von Investor Carl Icahn zurückgewiesen. Die Offerte spiegele nicht den Wert des Unternehmens wider, teilte der Hersteller von Reinigungsmitteln Montagnacht in Oakland mit. Icahn hatte vergangene Woche mitgeteilt, er wolle Clorox für 76,50 Dollar je Aktie kaufen. Damit würde Clorox mit insgesamt 10,2 Milliarden US-Dollar (rund 7,25 Milliarden Euro) bewertet.

Das Gebot sei "weder glaubwürdig noch angemessen", sagte Clorox-Chef Don Knauss am Montagabend in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Knauss wollte nicht angeben, welchen Preis er für das 99 Jahre alte Unternehmen für angemessen hält. Knauss kündigte an, sich gegen eine feindliche Übernahme wehren zu wollen. Dann werde eine so genannte Giftpille zur Anwendung kommen, um eine ungewünschte Übernahme zu verteuern.

Milliardär Icahn ist bereits größter Einzelinvestor bei Clorox. Er hält seit Dezember 2010 9,4 Prozent der Aktien. Der 75-Jährige machte mit spektakulären Angriffen auf Konzerne wie US Steel, Texaco, Motorola oder Yahoo von sich reden und setzte mitunter aus der Position des Minderheitsaktionärs durch, einen Konzern aufzuteilen. In einem Brief an das Clorox-Management hatte er seine Kaufabsichten dargelegt und dabei auch gedrängt, andere Gebote möglicher Käufer einzuholen wie beispielsweise Procter & Gamble , Unilever  oder Henkel .

Clorox beschäftigt 8300 Mitarbeiter und kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 5,2 Milliarden Dollar. Die Produktpalette des Konzerns reicht von Bleich- und Reinigungsmitteln über Katzenstreu bis hin zu Salatsoßen und "Burt's Bees"-Cremes. Clorox macht den Großteil seines Umsatzes in den USA und ist in schnell wachsenden ausländischen Märkten kaum vertreten. Clorox-Aktien verloren am Montag 2 Prozent auf 73,04 Dollar.

ak/dpa-afx/rtr/ap