Abschreibungen Philips schreibt Milliardenverlust

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im zweiten Quartal einen milliardenschweren Verlust verbucht. Dafür sorgten vor allem Abschreibungen auf Unternehmensbeteiligungen, aber auch die schwache Nachfrage. Analysten sprechen von "großem Reinemachen" des neuen Managements.
Schieflage: Das neue Philips-Management passt die Unternehmenswerte der Marktlage an

Schieflage: Das neue Philips-Management passt die Unternehmenswerte der Marktlage an

Foto: epa anp Koen Suyk/ picture-alliance/ dpa

Amsterdam - Philips hat im zweiten Quartal einen Verlust von 1,345 Milliarden Euro verbucht. Der Verlust sei aufgrund von Abschreibungen entstanden, teilte der Konzern am Montag mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von 72,8 Millionen Euro gerechnet. Philips kündigte ein Sparprogramm an, das die Kosten um 500 Millionen Euro drücken soll. Zugleich will Europas größter Hersteller von Unterhaltungselektronik Aktien für zwei Milliarden Euro zurückkaufen.

Der Umsatz lag im zweiten Quartal bei 5,2 Milliarden Euro und damit im Rahmen der Erwartungen, aber 2,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Konzern begründete das mit dem stärkeren Euro, der Exporte verteuert. Das Betriebsergebnis der Sparten Lichttechnik und Konsumgüter wurde halbiert, während die Medizingerätesparte weiter zulegte. Philips-Chef Frans van Houten verwies auf "betriebliche Herausforderungen und schwächere Märkte". Er sagte, Philips  erwarte kurzfristig keine Besserung.

Philips hatte bereits im Juni die Anleger mit einer Gewinnwarnung schockiert und weitere Sparschritte angekündigt. Die Abschreibungen auf Unternehmenswerte von Siemens-Beteiligungen betrugen 1,39 Milliarden Euro und zogen sich durch viele Sparten des Konzerns. Damit korrigierte das Unternehmen den Bilanzwert von Beteiligungen, für die es aus heutiger Sicht in der Vergangenheit zu viel gezahlt hat.

Philips-Aktien legten im frühen Handel etwa 2 Prozent zu, notierten später aber mit 0,7 Prozent im Minus. Händler werteten die Aussagen in einer ersten Reaktion eher positiv und lobten insbesondere das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Auch Analysten rechnen nach der ausgeprägten Kursschwäche der letzten Monate in Folge einer Gewinnwarnung nun mit einer Rückkehr des Vertrauens in die Aktien. Seit dem Jahreshoch bei 25,45 Euro Mitte Januar hat das Papier bis zum Tief Ende Juni 39 Prozent eingebüßt.

Unicredit-Analyst James Stettler sprach von einem "großen Reinemachen" im zweiten Quartal. Das Ebitda liege einen Tick über den durchschnittlichen Analystenerwartungen und das neue Managementteam habe nach den umfangreichen Abschreibungen auch erstmals eine Zielsetzung für 2013 verkündet. Frans van Houten war im April als Nachfolger von Gerard Kleisterlee an der Philips-Spitze angetreten. Kleisterlee hatte den Rivalen von Siemens  und General Electric  zehn Jahre lang geführt.

ak/rtr/dpa-afx/ap
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