Joint Venture Siemens sichert sich Zugriff auf seltene Erden

Seit China den Export von seltenen Erden eingeschränkt hat, sind Deutschlands Firmen auf der Suche nach Alternativen. Siemens will sich nun mithilfe eines Joint Ventures die Versorgung mit den begehrten Rohstoffe sichern, die der Konzern unter anderem für die Herstellung von Windrädern benötigt.
Seltene Erden aus China: Siemens benötigt die Rohstoffe zur Herstellung von Hochleistungsmagneten

Seltene Erden aus China: Siemens benötigt die Rohstoffe zur Herstellung von Hochleistungsmagneten

Foto: ? David Gray / Reuters/ REUTERS

München - Mit der australischen Firma Lynas sei eine Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet worden, teilte Siemens mit. Die gemeinsame Firma soll Siemens den Rohstoff Neodym liefern, der zur Gruppe der seltenen Erden gehört. Benötigt wird das Metall für die Produktion von Magneten für Motoren und die Turbinen in Windrädern.

Siemens  wolle sich an dem Unternehmen zur Magnetproduktion mit 55, Lynas mit 45 Prozent beteiligen, erklärten die Münchener. Die Details würden derzeit erarbeitet. "Das geplante Gemeinschaftsunternehmen ist für uns strategisch von Bedeutung, um eine langfristige und stabile Versorgung mit Hochleistungsmagneten zu sichern", begründete Ralf-Michael Franke, Chef der Siemens-Division Drive Technologies, den Schritt.

Der weltweite Rohstoffmarkt ist hart umkämpft. Zuletzt sorgte ein Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) zu Exportbeschränkungen Pekings bei Rohstoffen wie Zink, Koks oder Magnesium für Aufregung. China verstößt nach Ansicht der WTO mit den erhobenen Ausfuhrzöllen und Quoten gegen internationale Handelsvereinbarungen. Auch den Export seltener Erden hat China stark eingeschränkt. Beobachter schließen nicht aus, dass das Urteil hier richtungsweisend sein könnte.

Seltene Erden werden für viele Hightech-Produkte wie Elektromotoren, Windräder und Smartphones benötigt. Derzeit liefert China mehr als 95 Prozent dieser Mineralien für den Weltmarkt. Die Volksrepublik hatte die Ausfuhr seltener Erden zuletzt aber eingeschränkt und mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Die Preise für die begehrten Rohstoffe waren im vergangenen Jahr deshalb um 130 Prozent gestiegen. Westliche Industrieländer hatten China dabei wiederholt vorgeworfen, das Angebot künstlich zu verknappen.

mg/dpa/afp
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