Heidelberger Druck Gute Geschäfte in China schüren Hoffnung auf Gewinn

Die deutschen Produktionsanlagen sind noch immer nicht wieder ausgelastet, doch das boomende China-Geschäft stimmt Heidelberger Druck zuversichtlich. In diesem Jahr soll das Ergebnis ausgeglichen sein, danach rückt nach Ansicht von Konzernchef Bernhard Schreier ein Gewinn in Reichweite.
Kommt langsam wieder auf Touren: Heidelberger Druck kommt aus der Verlustzone

Kommt langsam wieder auf Touren: Heidelberger Druck kommt aus der Verlustzone

Foto: Ronald Wittek/ picture alliance / dpa

Heidelberg - Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck will seinen Erholungskurs im laufenden Jahr fortsetzen. Der MDax-Konzern, der in den vergangenen Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise hohe Verluste verbucht hatte, erwartet für das Geschäftsjahr 2011/12 ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis. Unter dem Strich geht der Druckmaschinenkonzern nach Angaben vom Donnerstag jedoch erst im Folgejahr, also 2012/13, von einem Gewinn aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. April 2010 und 31. März 2011) hat das Unternehmen erstmals seit zwei Jahren mit 4 Millionen Euro operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben - nach einem Minus von 130 Millionen im Vorjahr. Dabei profitierte der Konzern von der dynamischen Entwicklung in den Schwellenländern, insbesondere in China.

Nachdem dem Unternehmen während der Wirtschaftskrise die Aufträge weggebrochen waren, lag das Bestellvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit insgesamt 2,757 Milliarden Euro um 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg dabei um 14 Prozent auf 2,629 Milliarden. Der Jahresfehlbetrag verbesserte sich um 100 Millionen, blieb jedoch aufgrund hoher Finanzierungskosten sowie Einmalaufwendungen aus der Rückführung von Verbindlichkeiten bei einem Minus von 129 Millionen Euro.

"Chinesischer Markt wächst dynamisch"

Aufschwung erhofft sich das Unternehmen von der Messe drupa 2012. Zudem erwartet Heidelberger Druck  eine weitere Genesung der Printmedienindustrie. Die Einnahmen sollen damit in den kommenden zwei bis drei Jahren auf mehr als 3 Milliarden Euro steigen, nach 2,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Positiv auf das Ergebnis auswirken sollen sich zudem niedrigere Finanzierungskosten, unter anderem aufgrund der Umschuldung im März.

Heidelberger Druck will wegen der stark wachsenden Nachfrage aus China seine Produktionskapazitäten dort abermals erweitern. "Der chinesische Markt wächst weiter dynamisch", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Heidelberg.

Die Mitarbeiterzahl dort werde auf rund 500 von derzeit 350 Beschäftigten steigen. Finanzchef Dirk Kaliebe sagte, die größtenteils in Deutschland angesiedelte Produktion von HeidelDruck sei noch nicht gänzlich wieder ausgelastet. Der Bogendruckmaschinenhersteller sei jedoch zuversichtlich, dass die Druckereien in den Industrieländern Investitionen "mittelfristig" nachholten.

Die Aktien des Unternehmens sind jedoch ins Minus gedreht. Um 10.25 Uhr verbilligten sich die Papiere des angeschlagene Druckmaschinenherstellers um 0,96 Prozent auf 2,676 Euro. Zur Eröffnung waren am Tageshoch noch 2,750 Euro bezahlt worden. Der MDax stand indes mit 0,69 Prozent im Minus.

"Der Turnaround ist noch nicht richtig sichtbar und derzeit erscheint eine Anlage in dem Unternehmen wie 'totes Kapital'", sagte ein Fondsmanager. Ein anderer Börsianer sah insgesamt überhaupt keine Überraschung in den Aussagen. Bereits auf die Kommentare des Unternehmens vor rund zwei Wochen habe das Papier kaum reagiert, und nun gebe es entsprechend auch keine neuen Impulse, um die Aktien wiederzubeleben.

nis/dapd/rtr/dpa-afx

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