Untersuchung Staatsanwaltschaft ermittelt bei Linde

Das Großreinemachen bei deutschen Industriekonzernen geht weiter. Jetzt ist auch Linde ins Visier der Ermittler geraten. Angestoßen wurden die Untersuchungen durch den Münchener Konzern selbst.
Von Michael Freitag und Thomas Katzensteiner
Luftzerlegungsanlage des Gaseherstellers Linde: Interne Revision schob Untersuchungen an

Luftzerlegungsanlage des Gaseherstellers Linde: Interne Revision schob Untersuchungen an

Foto: DDP

München/Hamburg - Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Gasehersteller und Anlagenbauer Linde  wegen möglicher Verstöße bei Projekten im Geschäftsbereich Engineering. Zum Kreis der Personen, die von der Staatsanwaltschaft formell als Beschuldigte geführt werden, sollen allerdings weder Vorstände noch Aufsichtsratsmitglieder gehören. Ein Linde-Sprecher bestätigte die Ermittlungen auf Anfrage.

Linde-Chef Wolfgang Reitzle selbst soll vor mehr als einem Jahr die interne Revision des Konzerns mit der Untersuchung beauftragt haben. Anlass waren offenbar gemeinsame Projekte mit Unternehmen, gegen die bereits wegen möglicher Korruptionsdelikte ermittelt wurde beziehungsweise noch wird.

Darunter soll nach Informationen des manager magazins auch der Essener Ferrostaal-Konzern sein, gegen den die Staatsanwaltschaft München seit mehr als einem Jahr wegen Schmiergeldzahlungen ermittelt.

Ob sich die betroffenen Linde-Mitarbeiter tatsächlich etwas zu Schulden kommen lassen haben, ist allerdings unklar. "Bislang sind bei den Untersuchungen unserer Revision in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft keine Gesetzesverstöße festgestellt worden", erklärte ein Linde-Sprecher. Dass die Konzernmanager von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte geführt würden, sei "eine übliche Vorsorgemaßnahme, um einer möglichen Verjährung von länger zurückliegenden Projekten vorzubeugen", so der Sprecher weiter.

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