Saudi-Arabien EADS-Tochter unter Korruptionsverdacht

Luxusautos, Schmuck, Geld: Eine britischen Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS steht in dem Verdacht, Schmiergeld in Saudi-Arabien gezahlt zu haben. Dabei geht es Medienberichten zufolge um einen Auftrag im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro.
Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad: Bei einem Auftrag über die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten für die Leibwächter der königlichen Familie sollen Schmiergelder geflossen sein

Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad: Bei einem Auftrag über die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten für die Leibwächter der königlichen Familie sollen Schmiergelder geflossen sein

Foto: ALI JAREKJI/ REUTERS

London - Die Londoner Betrugsbekämpfungsbehörde SFO habe eine Untersuchung gegen eine britische EADS-Tochter gestartet, berichten mehrere britische Medien. Dabei gehe es um einen zwei Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro) schweren Auftrag über die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten für die Leibwächter der königlichen Familie in Saudi-Arabien, hieß es unter anderem in der "Financial Times (FT)". Der Auftrag sei an die Firma GPT Special Project Management gegangen, die über mehrere Ecken eine Tochter von EADS ist.

EADS  sagte dem Blatt, man habe von gewissen Anschuldigungen gehört und untersuche diese. SFO wollte sich zu den Berichten zunächst nicht äußern. Die Zeitung "Daily Telegraph" zitierte jedoch eine nicht näher genannte Quelle in der Behörde, derzufolge eine Untersuchung im Gange ist.

Die Vorwürfe waren im Rahmen eines Arbeitsrechtsprozesses ans Tageslicht gekommen. Ein früherer Mitarbeiter verklagte die Firma wegen unrechtmäßiger Kündigung. Laut "Daily Telegraph" und "Sunday Times" seien dem Mann einige Methoden, die er persönlich gesehen habe, nicht geheuer gewesen. So seien saudischen Beamten Luxusautos, teurer Schmuck und Geld in Cash gegeben worden, hieß es. Der Mann behaupte, er sei gekündigt worden, weil er davon gewusst habe.

Der Fall ruft Erinnerungen an Anschuldigungen gegen den britischen Rüstungskonzern BAE Systems  hervor, in Saudi-Arabien Schmiergeld gezahlt zu haben. Unter anderem war dem Unternehmen vorgeworfen worden, einen saudi-arabischen Prinzen geschmiert zu haben, um sich ein Milliardenschweres Waffengeschäft zu sichern.

mg/dpa

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