Freitag, 18. Oktober 2019

EADS Daimler will keine Zulieferer als Aktionäre

Ist zu haben: Der Anteil von Daimler am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steht zum Verkauf

Auf der Suche nach Käufern für den EADS-Anteil gibt sich Daimler wählerisch. Sowohl Zulieferer wie Diehl oder MTU als auch der Flugzeugbauer selbst kommen nach Ansicht von Finanzchef Bodo Uebber nicht in Frage. Am Zug sei vielmehr die Bundesregierung.

Frankfurt am Main - Der Autobauer und EADS-Großaktionär Daimler wendet sich scharf gegen eine Beteiligung deutscher Zulieferer an dem Luftfahrtkonzern. "Ich habe noch kein einziges Unternehmen gesehen, das von seinen Zulieferern geführt wird", sagte Bodo Uebber, Daimler-Finanzvorstand und Präsident des EADS-Verwaltungsrats, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Stattdessen legte er eine Beteiligung der Bundesregierung nahe.

Daimler Börsen-Chart zeigen sucht gegenwärtig Abnehmer für seinen EADS-Anteil. Die öffentlich diskutierte Lösung mit einem Konsortium deutscher Firmen wie Diehl oder MTU Börsen-Chart zeigen als Käufer schließt Uebber dem Bericht zufolge kategorisch aus: "Ein völlig unrealistischer Ansatz" sei dies, "ohne jede Chance, da er viel zu viele Interessenkonflikte birgt".

Daimler und der französische Staat sind derzeit mit je 15 Prozent an EADS Börsen-Chart zeigen beteiligt, die französische Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium halten jeweils rund 7,5 Prozent. Seit Anfang Februar durchgesickert war, dass Daimler sich von seinen EADS-Anteilen trennen will, wird über verschiedene Möglichkeiten einer Neuordnung spekuliert. Die Bundesregierung will, dass die deutsch-französische Machtverteilung bei EADS unbedingt erhalten bleibt.

Aktienrückkauf keine Option für Uebber

Die ins Spiel gebrachte Möglichkeit, dass EADS die eigenen Aktien von Daimler zurückkaufen könnte, schließt Uebber ebenfalls aus. "Das Geld in der EADS-Kasse ist nicht dafür vorgesehen, wir stecken es besser in die Weiterentwicklung des Geschäfts", sagte Uebber der Zeitung. Ein Aktienrückkauf würde EADS schwächen.

Auf der Suche nach einer "stabilen und ausgewogenen Eigentümerstruktur" sieht der Daimler-Vorstand nun offenbar die Bundesregierung in der Pflicht. "Der Erfolg von EADS beruht auch auf der Zusammenarbeit mit Staaten. Der Staat ist wichtiger Kunde und Partner in der Vorfinanzierung: Ohne Staat hebt kein einziger Flieger ab", sagte er der "FAS".

Einen Zeitpunkt für Daimler Ausstieg bei EADS wollte Uebber nicht nennen. Es sagte lediglich: "Wir sind ein Automobilunternehmen und halten es für legitim, unser Kerngeschäft in den Mittelpunkt unserer Strategie zu stellen."

nis/dpad/dpa

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