Hochtief-Aufsichtsrat ACS setzt Wunschkandidaten durch

Der spanische Großaktionär ACS ist wieder ein Stück näher am Ziel: Auf der Hauptversammlung von Hochtief wurden alle acht von ACS vorgeschlagenen Kandidaten in den Aufsichtsrat gewählt. Neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums ist der ehemalige Conti-Chef Manfred Wennemer.
Manfred Wennemer: Wunschkandidat von ACS

Manfred Wennemer: Wunschkandidat von ACS

Foto: © Charles Platiau / Reuters/ Reuters

Essen - Der ehemalige Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Manfred Wennemer, wurde im Anschluss an die Hauptversammlung von Hochtief zum neuen Aufsichtsratsvorsitzender gewählt. Sein Vize wird der Hochtief-Betriebsratsvorsitzende Ulrich Best.

Kurz vor der Hauptversammlung hatten vier bisherige Aufsichtsräte den Weg für ACS frei gemacht. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Bremkamp, der Ex-Hochtief-Chef und Präsident des Bundesverbandes der Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer sowie Wilhelm Simson hatten auf ihre Kandidatur verzichtet.

ACS hatte am Sonntag eine Liste mit acht Kandidaten für die acht Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat vorgelegt. Bremkamp, Keitel, von Pierer und Simson standen nicht auf dieser Liste. Alle acht vorgeschlagenen Kandidaten wurden auf der Hauptversammlung jeweils mit deutlich mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. ACS ist damit künftig mit vier direkten Vertretern im Hochtief-Kontrollgremium präsent.

Die Spanier halten derzeit 43 Prozent an Hochtief  und beherrschen das Unternehmen damit. Noch in diesem Jahr soll der Anteil auf über 50 Prozent ausgebaut werden.

Mit der Hauptversammlung endete auch die Amtszeit von Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter, der sich massiv gegen die Übernahme durch ACS gewehrt hatte. Sein Nachfolger ist Frank Stieler, im Vorstand bislang für das Europa-Geschäft zuständig.

mg/afp
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