ACS-Übernahme Hochtief-Aufsichtsräte machen Weg frei

Kurz vor der Hauptversammlung von Hochtief haben mehrere Aufsichträte, darunter auch der bisherige Vorsitzende Detlev Bremkamp, ihre Kandidaturen zurückgezogen. Damit kann Großaktionär ACS nun seine Vorschläge durchsetzen - der Machtkampf mit dem Hochtief-Management entfällt.
Keine Kampfabstimmung bei Hochtief: Nach dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Lüttkestratkötter räumen auch vier Aufsichtsratsmitglieder das Feld

Keine Kampfabstimmung bei Hochtief: Nach dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Lüttkestratkötter räumen auch vier Aufsichtsratsmitglieder das Feld

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Essen - Der bisherige Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp, Ex-Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel, Heinrich von Pierer und Wilhelm Simson wollen nicht mehr für das Kontrollgremium kandidieren. Das teilte Hochtief kurz vor Beginn der Hauptversammlung in Essen mit. Sie machen damit den Weg frei für die Personalvorstellungen von ACS.

Mit ihrem Rückzug zogen die Aufsichtsratsmitglieder die Konsequenzen aus den sich abzeichnenden Mehrheitsverhältnissen auf dem Aktionärstreffen. Es gilt als sicher, dass ACS dort über eine deutliche Mehrheit verfügt. Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Bremkamp sagte: "Wir haben uns bis zuletzt um eine Lösung bemüht, die auch die Interessen der zahlreichen freien Aktionäre von Hochtief ausreichend berücksichtigt."

ACS hatte erst vor wenigen Tagen eine eigene Kandidatenliste präsentiert, in der Kritiker wie Bremkamp nicht mehr vertreten sind. Stattdessen sollen nach dem Willen von ACS vier Vertreter der Spanier und ein Vertreter des Großaktionärs Katar in das Kontrollgremium einziehen.

Daneben sollen als "unabhängige" Aufsichtsratsmitglieder der BASF-Aufsichtsratsvorsitzende Eggert Voscherau, der frühere Finanzvorstand der Deutschen Börse Thomas Eichelmann und der schon jetzt im Aufsichtsrat präsente ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer das Gremium komplettieren.

mg/dpa
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