Mittwoch, 21. August 2019

Börsengang Siemens vertraut Osram einem Bankentrio an

Das Bankenkonsortium, das den Lichtkonzern Osram an die Börse bringen soll, steht. Unter der Führung der Deutschen Bank, von Goldman Sachs und der UBS wird der Siemens-Konzern die Mehrheit des Osram-Kapitals an der Frankfurter Wertpapierbörse platzieren. Das hat Siemens heute bekanntgegeben.

München - Siemens Börsen-Chart zeigen hat die Information in Häppchen gewählt. Heute hat Deutschlands größter Elektrokonzern die Finanzwelt zwar darüber informiert, dass er drei Investmentbanken ausgesucht hat, unter deren Führung Siemens-Chef Peter Löscher die Siemens-Leuchtmitteltochter Osram an die Börse bringen lassen will; die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und die Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen sollen es als globale Koordinatoren richten, weitere Syndikatsbanken würden im Verlauf des Prozesses festgelegt.

Doch die nächste wichtige Information hält der Siemens-Vorstand weiter zurück - nämlich wann in diesem Jahr das Geschäft über die Bühne gehen soll. Der "Herbst", betonen die Siemensianer weiterhin schwammig, gelte ihnen als geeigneter Zeitraum für den Börsengang. Das indes könnte recht spät sein. Denn auf den deutschen Finanzplatz scheint in den nächsten Monaten gleich eine Welle von Groß-Brösengängen zuzukommen, wie seit Jahren nicht - und damit stellt sich entsprechend mehr und mehr die Frage, ob so viele Aktien dann hierzulande an die Frau und den Mann gebracht werden können.

So hat jüngst beispielsweise die RAG-Stiftung, Eigentümerin des Ruhrgebietskonzerns Evonik, beschlossen, das Unternehmen "zügig" an die Börse zu bringen. Der gesamte Evonik-Konzern würde allein wohl mit deutlich mehr als zehn Milliarden Euro an der Börse bewertet. Zudem sucht auch die Commerzbank Börsen-Chart zeigen infolge ihrer Kapitalerhöhung Abnehmer für neu neue Aktien im Volumen von mehreren Milliarden Euro.

Der Situation ist sich jetzt auch Siemens bewusst. Der Osram-Börsenprospekt soll nun schon bis Juli fertig gestellt sein, wie aus Kreisen des Unternehmens verlautet. Dann könnte, so lässt sich vermuten, im Grunde die Zeichnungsfrist bekanntgegeben werden und die Roadshow beginnen - sofern die Kapitalmärkte zu den Zeitpunkt in der gewünschten Verfassung sind. Dazu passt die Aussage von Siemens-Finanzchef Joe Kaeser vom Mittwoch, man sei im Zeitplan oder sogar vor dem Zeitplan.

Siemens-Finanzchef Kaeser: Osram-Börsenwert rund 8 Milliarden Euro

Noch hat aber nicht einmal die Umwandlung der Osram GmbH in eine AG stattgefunden. Auch vom Zahlenwerk weiß man noch wenig. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (31. Oktober) soll Osram einen Umsatz von 1,257 Milliarden Euro erzielt haben (plus 10 Prozent) und einen Gewinn von 87 Millionen Euro.

Noch unbekannt ist aber die Kapitalausstattung des Börsenaspiranten mit seinen 40.000 Mitarbeitern, der im globalen Wettbewerb in der neuen Leuchtdioden-Technik (LED) beachtliche Investitionen auf der Agenda hat. Den Osram-Börsenwert hatte Kaeser im März mit rund 8 Milliarden Euro skizziert. Fraglich ist, welche Schulden dem Unternehmen im Trennungsprozess von Siemens Börsen-Chart zeigen aufgebürdet werden. In der neuesten Gewinnprognose für 2011 von mindestens 7,5 Milliarden Euro hat Kaeser den Emissionserlös nicht einkalkuliert, da Osram in der Rechnungslegung jetzt getrennt als "nicht fortzuführende Aktivität" geführt wird.

Mitarbeiter und Führungskräfte des Lichtkonzerns sind durch einen Reigen von Veranstaltungen schon auf den Börsengang eingeschworen. Die Stimmung bei Osram scheint gut zu sein, obwohl mancher Standort für das traditionelle Lampengeschäft um seine Zukunft bangt. Doch auch der neue Vorstandschef Wolfgang Dehen, zuvor Chef der Siemens-Sparte Energie, scheint durchaus im Blick haben, dass Osram den überwiegenden Teil seines Gewinns nach wie vor mit klassischen Produkten erzielt und nicht mit LED.

Osram sei hervorragend aufgestellt und werde sich am Markt gut behaupten, sagte Kaeser bei der Präsentation der Siemens-Quartalszahlen am Mittwoch: "Wir haben unsere besten Leute hingeschickt, um das zu einem großen Erfolg zu machen".

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