Volle Auftragsbücher Siemens erwartet deutlich höheren Gewinn

Siemens-Chef Peter Löscher hat seine Gewinnprognose für den Konzern deutlich angehoben. Statt 25 Prozent erwarten die Münchener nun einen Zuwachs von 75 Prozent. Neben den vollen Auftragsbüchern sind aber auch milliardenschwere Verkaufserlöse für den Optimismus verantwortlich.
Siemens-Chef Peter Löscher: "Wir haben auf breiter Basis ein herausragendes Auftragswachstum erzielt"

Siemens-Chef Peter Löscher: "Wir haben auf breiter Basis ein herausragendes Auftragswachstum erzielt"

Foto: Matthias Schrader/ AP

München - Siemens erwartet nun für das laufende Geschäftsjahr 2010/2011 einen Gewinn aus fortgeführten Geschäften von mindestens 7,5 Milliarden - das wäre ein Plus von 75 Prozent im Vergleich zu den 4,3 Milliarden Euro, die der Konzern im Vorjahr verdiente. Bisher war Siemens von 25 bis 35 Prozent Zuwachs ausgegangen, hatte jedoch keine Zahl genannt.

In der Prognose sind die Ergebnisse der verlustträchtigen und verkauften IT-Sparte SIS ebenso nicht mehr enthalten wie die der Leuchtmitteltochter Osram, die im Herbst an die Börse gehen soll. Der Verkauf der SIS lastete zuletzt auf der Siemens-Bilanz. Im vergangenen Quartal schrieb der Konzern 464 Millionen Euro vor Steuern auf das Geschäftsfeld ab.

Im vergangenen Quartal hat Siemens  seinen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 122 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro gesteigert. Damit verdiente Siemens deutlich mehr als von Experten erwartet. Der Zuwachs geht aber vor allem auf den Erlös aus dem Verkauf von Siemens' Anteil am Reaktorbauer Areva NP zurück, der das Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro nach oben schraubte. Hinzu kommen knapp 100 Millionen Euro aus dem Verkauf des Anteils am Panzerbauer KMW.

Energietechnik treibende Kraft

Der Umsatz legte um 7 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang wuchs zwischen Januar und März um 28 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro und lag damit wegen zahlreicher Großbestellungen von Windanlagen und Stromübertragungstechnik um rund 25 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

"Wir haben auf breiter Basis ein herausragendes Auftragswachstum erzielt", sagte Siemens-Chef Peter Löscher. In den Schwellenländern legten Auftragseingang und Umsatz überdurchschnittlich zu.

Der Quartalsgewinn der vor der Ausgliederung stehenden Tochter Osram ging im Jahresvergleich indes um vier Millionen Euro auf 87 Millionen Euro zurück. Als Grund nannte Siemens Anpassungen für US-Pensionsfonds. Der Umsatz der traditionsreichen Sparte sei gestiegen. Eine konkrete Summe nannte die Mutter für den Börsenkandidaten allerdings nicht.

mg/dpa/rtr
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