Samstag, 19. Oktober 2019

Prognose erhöht Agrarboom schiebt Bayers Gewinn an

Pflanzen für die Zukunft: Bayer profitiert vom weltweiten Agrarboom

Der Bayer-Konzern profitiert stark von steigenden Preisen für Agrarrohstoffe. Wachsende Nachfrage nach Pestiziden und Saatgut hat den Ertrag im ersten Quartal deutlich angeschoben. Weil auch die anderen Bereiche gut laufen, soll der Unternehmensgewinn im laufenden Jahr höher ausfallen als geplant.

Frankfurt am Main - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat nach einem überraschend kräftigen Ergebnisanstieg im ersten Quartal seine Jahresziele angehoben. Zu dem starken Jahresauftakt hätten alle drei Teilkonzerne beigetragen, erklärte Konzernchef Marijn Dekkers bei Vorlage des Quartalsberichts.

Besonders erfreulich sei der Saisonstart für die Pflanzenschutzsparte CropScience gewesen. Im Kunststoffgeschäft profitierte das Leverkusener Traditionsunternehmen von der guten Konjunktur, die auch bei Konkurrenten wie DuPont aus den USA und dem niederländischen Chemiekonzern DSM die Nachfrage ankurbelte.

Bayer Börsen-Chart zeigen steigerte in den ersten drei Monaten seinen um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 22,3 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt nur 2,08 Milliarden Euro erwartet. Der Konzernumsatz legte um 13,2 Prozent auf 9,42 Milliarden Euro zu, der Überschuss erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 684 Millionen Euro. Bei Anlegern kam das Zahlenwerk gut an. Die Bayer-Aktie gewann vorbörslich 1,4 Prozent.

Im Gesamtjahr will Bayer nun seinen Umsatz, der 2010 um 13 Prozent auf den Rekordwert von 35,1 Milliarden Euro kletterte, um Währungseinflüsse und um Zu- und Verkäufe bereinigt um 5 bis 7 Prozent verbessern. Bisher wurde ein Plus von 4 bis 6 Prozent angepeilt.

Wettbewerb mit Nachahmerprodukten in den USA belastet

Der bereinigte operative Gewinn soll von 7,1 im vergangenen Jahr nun auf über 7,5 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Dekkers einen operativen Gewinn in Richtung 7,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Hauptgrund für die optimistischere Jahresprognose ist, dass Bayer in seinem Pflanzenschutzgeschäft inzwischen bessere Geschäfte erwartet. Wie schon beim US-Wettbewerber Monsanto Börsen-Chart zeigen verzeichnete das Saatgutgeschäft im ersten Quartal starke Zuwachsraten. Zudem profitierte die Pflanzenschutzsparte davon, dass die Preise für wichtige Agrarerzeugnisse wie Soja, Weizen oder Mais seit Monaten hoch sind. Das kurbelt die Nachfrage nach Pestiziden an. Vor allem neue Produkte seien im Quartal stark nachgefragt worden, erklärte Bayer.

Im der Gesundheitssparte HealthCare profitierte der Konzern im abgelaufenen Quartal von einer guten Nahfrage nach verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten. Negativ wirkten sich dagegen der Wettbewerb durch Nachahmermittel bei den Verhütungspillen der YAZ-Familie in den USA aus, auch Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern machten dem Unternehmen zu schaffen. Der HealthCare-Ausblick für 2011 wurde bestätigt.

Auch für das Kunststoffgeschäft zeigte sich Dekkers nach dem ersten Quartal etwas zuversichtlicher. Die gute geschäftliche Lage im ersten Quartal habe den Erwartungen entsprochen. Es sei von einer sich fortsetzenden konjunkturellen Erholung auszugehen.

Die Umsatzprognose wurde erhöht. Der Teilkonzern plane nun ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum im oberen (bisher: mittleren) einstelligen Prozentbereich.

nis/rtr/dpa-afx

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