Besetzung des Aufsichtsrats Streit bei Hochtief eskaliert

Im Streit um die Neubesetzung des Hochtief-Aufsichtsrats will der bisherige AR-Chef Detlev Bremkamp gegen ACS antreten. Wie manager magazin aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat der Oberkontrolleur eine Vorschlagsliste für die Hauptversammlung zusammengestellt, die den Vorstellungen der Spanier widerspricht.
Foto: dapd

Essen - Der Streit um die Neubesetzung des Aufsichtsrates von Hochtief eskaliert. Wie manager magazin aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat Oberkontrolleur Detlev Bremkamp eine Vorschlagsliste für die Hauptversammlung am 12. Mai zusammengestellt, die den Vorstellungen des Mehrheitsaktionärs - dem spanischen Bauriesen ACS - widerspricht und nicht mit ACS abgestimmt ist.

Um den seit Monaten währenden Streit beizulegen, hatte ACS vor einigen Wochen einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Demnach sollte die Anzahl der ACS-Vertreter im Aufsichtsrat von zwei auf vier erhöht werden, ein Sitz sollte auf das Emirat Qatar entfallen und die restlichen drei Mandate auf Seiten der Kapitalvertreter sollten von unabhängigen Räten übernommen werden. Als Vorsitzenden des Aufsichtsrates hat ACS Manfred Wennemer vorgeschlagen.

Bremkamps Kandidatenliste hingegen sieht anders aus. Er selbst will Oberkontrolleur bleiben, zudem sollen mit Heinrich von Pierer, Hans-Peter Keitel, Wilhelm Simson weitere Vertreter der alten Garde in den Aufsichtsrat wieder einziehen. Diese vier Personen gehören bereits heute dem Hochtief-Aufsichtsrat an. Die Anzahl der ACS-Vertreter will Bremkamp bei zwei belassen, ein Sitz soll an Qatar gehen.

ACS wird zur Hauptversammlung eine eigene Vorschlagsliste zur Abstimmung vorlegen. Da die Spanier fast 40 Prozent der Hochtief-Aktien  besitzten, werden sie angesichts der üblichen HV-Präsenz, ihre Kandidaten durchsetzen können.

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