Mittwoch, 23. Oktober 2019

Technologie für "Grüne Städte" Siemens plant neue Ökosparte

Siemen-Zentale in München: Geschäftssparten unter Überprüfung

Aus drei mach vier: Siemens Chef Peter Löscher will dem Konzern laut "Süddeutscher Zeitung" eine neue Sparte verpassen. Sie soll ihr Geld mit dem ökologischen Umbau von Großstädten verdienen. Zudem plant Siemens einen Börsengang - mit der Glühbirnentochter Osram.

München - Als Peter Löscher Siemens-Chef wurde, räumte er erst einmal auf: Die zahlreichen Sparten des Konzerns dampfte er 2007 zu nur noch drei Geschäftsfeldern ein: Industrie, Energie und Medizintechnik. Doch nun plant Löscher laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") einen vierten Sektor. Darin sollten alle Geschäfte rund um eine umweltfreundliche Stadtentwicklung gebündelt werden. Der Aufsichtsrat solle dem Vorhaben am Montag in einer außerordentlichen Sitzung zustimmen. Das Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Löscher warb bereits bei der Hauptversammlung im Januar für sogenannte Megacities als Wachstumsmarkt. "Die größten 600 Städte stehen für die Hälfte der Leistung der Weltwirtschaft", zitiert ihn die "SZ". Das Unternehmen wolle Großstädten technische Lösungen für Umweltschutz und Energieeinsparungen verkaufen.

Zum neuen Geschäftsfeld sollten unter anderem die Gebäudetechnik und der Verkehrssektor Mobility zählen, die bislang zur Industriesparte gehören. Auch die Technologie für moderne Stromnetze (Smart Grids) solle der Öko-Sparte zugeordnet werden. Laut "SZ" könnte der Umbau jedoch zu Konflikten führen. Zum einen müssten unter Umständen viele Mitarbeiter den Arbeitsplatz wechseln, außerdem würden die Chefs der Sparten Industrie und Energie Macht verlieren.

Wie mehrere Zeitungen berichten, plant Siemens zudem einen Börsengang seiner Lichttochter Osram. Auch diese Entscheidung solle am Montag vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Noch sei jedoch offen, ob der Konzern weiterhin die Mehrheit an der traditionsreichen Tochter behalten wolle. Der Börsengang wäre einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Er könnte einen Verkauf von Osram vorbereiten - wie einst beim Chiphersteller Infineon.

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