Rekorddividende Hochtief beschenkt seinen Aufkäufer ACS

Besser kann es für ACS-Chef Florentino Pérez nicht laufen: Erst pirschte er sich an den deutschen Baukonzern Hochtief wegen dessen Profitabilität heran, jetzt bezahlt Hochtief mit einem Teil seines Gewinns praktisch die eigene Übernahme - dank einer Rekordividende, die anteilig auch ACS zugute kommt.
Aufträge, um zwei Jahre ausgelastet zu sein: Hochtief legt zu

Aufträge, um zwei Jahre ausgelastet zu sein: Hochtief legt zu

Foto: A3512 Roland Weihrauch/ dpa

Essen - Der ehemalige deutsche Bauriese Hochtief hat sein voraussichtlich letztes Geschäftsjahr als unabhängiger Konzern mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn schnellten deutlicher als von Analysten erwartet in die Höhe, die Dividende wurde angehoben - was auch dem spanischen Angreifer und Hochtief-Großaktionär ACS freuen dürfte. Hochtief will 2011 nun weiter wachsen.

Der vor der Übernahme durch den spanischen Rivalen ACS stehende Konzern konnte 2010 den Gewinn vor Steuern von zuvor 596,9 Millionen auf nunmehr 756,6 Millionen Euro und den Überschuss von 191,7 Millionen auf 288 Millionen Euro steigern, wie Hochtief am Mittwoch mitteilte. Zulegen konnte erneut das Asiengeschäft mit der Tochter Leighton, auch im europäischen Baugeschäft arbeitete Hochtief profitabler.

Der Auftragseingang schnellte von 22,47 Milliarden Euro vor Jahresfrist auf jetzt 29,63 Milliarden Euro in die Höhe; Hochtief ist damit rein rechnerisch über mehr als zwei Jahre ausgelastet.Die Aktionäre können nun für 2010 mit einer Dividende von zwei Euro rechnen - deutlich mehr als die 1,50 Euro, die Hochtief im vergangenen Jahr seinen Anteilseignern je Aktie gezahlt hatte.

Hohe Beteiligungsverkäufe

Hochtief bekräftigte, noch in diesem Jahr die Flughafentochter Concessions verkaufen zu wollen. Der Nettobarwert der Sparte sei zum 31. Dezember auf 1,68 Milliarden Euro gestiegen. Im kommenden Jahr soll dann die Beteiligungsgesellschaft Aurelis Real Estate veräußert werden. Am Ergebnis beider Transaktionen würden die Aktionäre "angemessen" beteiligt.

Hochtief bekräftigte, 2011 abhängig vom geplanten Verkauf der Flughafensparte Concessions ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro erreichen zu wollen. 2012 soll dann - abhängig vom Aurelis-Verkauf - erneut ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro folgen. Im Jahr 2013 will der Konzern dann ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde erwirtschaften. Als Konzerngewinn erwartet Hochtief für 2011 etwa 600 Millionen, für 2012 etwa 500 Millionen und für 2013 etwa 450 Millionen Euro.

Hochtief kämpft seit Monaten um seine Unabhängigkeit. ACS hat den Griff um den Essener Konzern jedoch gefestigt und mit einem freiwilligen Übernahmeangebot mehr als 30 Prozent der Aktien eingesammelt. In den kommenden Monaten will der Konzern von Real-Madrid-Chef Florentino Pérez auf knapp mehr als 50 Prozent aufstocken. Zuletzt hatte ACS erklärt, der Konzern kontrolliere rund 36 Prozent der Hochtief-Aktien.

kst/dpa-afx/rtr
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