Luftfahrt Boeings neuer Jumbojet fliegt

Boeing hat eine Sorge weniger: Auch die Passagierversion des neuen Jumbojets hat ihren Erstflug erfolgreich hinter sich gebracht. Das dürfte insbesondere die Lufthansa als größter Abnehmer für den Riesenflieger freuen.
Boeings größtes Passagierflugzeug: Die 747-8 Intercontinental hat ihren Erstflug erfolgreich beendet

Boeings größtes Passagierflugzeug: Die 747-8 Intercontinental hat ihren Erstflug erfolgreich beendet

Foto: MARK RALSTON/ AFP

Everett/Seattle - Der größte Jumbojet aller Zeiten hat seine Feuertaufe bestanden. Die von Grund auf modernisierte Boeing 747-8 "Intercontinantal" hat am Sonntag ihren Erstflug absolviert. 4 Stunden und 25 Minuten flog die rot-orange lackierte Passagiermaschine über den US-Bundesstaat Washington, bevor sie am späten Nachmittag (Ortszeit) sicher in Seattle landete.

Gestartet war der Riesenvogel auf dem Werksgelände in Everett, wo Boeing sein Konkurrenzmodell zum doppelstöckigen Airbus A380 Mitte Februar vorgestellt hatte. Der neue Jumbo ist knapp sechs Meter länger, besitzt ein neues Cockpit und eine neue Inneneinrichtung und ist dank neuer Triebwerke und eines neuen Flügelprofils auch leiser und spritsparender als die Vorgänger.

Die Deutsche Lufthansa ist der Erstkunde und rechnet damit, den Flieger im kommenden Jahr in Empfang zu nehmen. Bis dahin muss der Typ nach Angaben von Boeing mehr als 600 Flugstunden absolvieren, um die Zulassung zu erhalten. Der allererste Jumbo überhaupt hatte 1969 abgehoben. Bis heute haben 1418 der Maschinen mit dem charakteristischen Buckel die Werkshallen verlassen.

Die Lufthansa  hat insgesamt 20 Maschinen bestellt und behält sich vor, 20 weitere abzunehmen. Sie ist damit der mit Abstand größte Kunde. Insgesamt hat Boeing erst 33 feste Bestellungen in den Büchern stehen. Der Auftrag für fünf weitere Maschinen von Air China  steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Regierung.

Für die Frachtversion liegen doppelt so viele Bestellungen vor

Im Schnitt kann der neue Jumbo 467 Passagier aufnehmen und damit 51 mehr als bislang. Der Riesenjumbo unterscheidet sich von seinem Urahn äußerlich vor allem durch das verlängerte Oberdeck.

Beliebter als die Passagierversion mit dem Namenszusatz "Intercontinantal" ist allerdings die Frachtmaschine, die bereits vor einem Jahr ihren Erstflug hinter sich gebracht hatte. Für sie liegen mehr als doppelt so viele Bestellungen vor.

Wie beim kleineren 787 "Dreamliner" war die Entwicklung des neuen Jumbos von technischen Schwierigkeiten überschattet, was zu milliardenschweren Mehrkosten führte. Die Maschine liegt etwa anderthalb Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Ab Mitte 2011 wird die Frachtversion ausgeliefert.

Das letzte Mal hatte Boeing den Jumbojet Mitte der 80er Jahre in größerem Umfang modernisiert und als 747-400 auf den Markt gebracht. Die Lufthansa fliegt 30 Maschinen dieses Typs mit Platz für je 352 Passagiere. Die 747-8 "Intercontinantal" wird bei den Frankfurtern rund 380 Sitzplätze haben. Zum Vergleich: Der A380 nimmt mit der Lufthansa-Bestuhlung 536 Passagiere auf.

sk/dpa
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