Deutsche Atomkraftwerke RWE sieht keinen Grund für Abkehr von Laufzeitverlängerung

Trotz der in Japan drohenden Nuklearkatastrophe steht die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomanlagen nicht in Frage, meint der Technikvorstand des Energiekonzerns RWE. Kanzlerin Angela Merkel hat eine Überprüfung der Sicherheitsanforderungen für deutsche Anlagen angekündigt. Die EU plant eine Sondersitzung zur Nuklearsicherheit.
Atomkraftwerk Biblis A (seit 1974 in Betrieb): "Alter ist kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage"

Atomkraftwerk Biblis A (seit 1974 in Betrieb): "Alter ist kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage"

Foto: dapd

Berlin - "Naturkatastrophen in der Größenordnung wie der Tsunami in Japan sind in Europa einfach nicht zu erwarten", sagte der RWE-Technikvorstand Gerd Jäger der "Welt am Sonntag". Obwohl einer der betroffenen Atommeiler in Japan mehrere Jahrzehnt alt ist und andere, jüngere Kraftwerke das Erdbeben unbeschadet überstanden, sieht Jäger keinen Grund, die Laufzeitverlängerung bis 2035 zu überdenken.

Alter sei kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage. "Entweder ein Atomkraftwerk erfüllt die Sicherheitsanforderungen oder nicht."

In Deutschland würden mit gutem Grund höchste Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke angesetzt, und diese würden von RWE erfüllt. "Die Anlagen werden von uns regelmäßig überprüft und kontinuierlich auch weiterentwickelt. Dabei werden die Sicherheitsreserven immer weiter erhöht." Dennoch gebe es "natürlich wie in allen Lebensbereichen Restrisiken. Und die gilt es immer weiter zu minimieren".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Samstag in einer Reaktion auf die drohende Kernschmelze in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 eine Überprüfung der Sicherheitsanforderungen für deutsche Anlagen angekündigt. EU-Kommissar Günther Oettinger kündigte für die kommende Woche eine EU-Sondersitzung zur Nuklearsicherheit an.

Überblick: Die neuen Restlaufzeiten der 17 deutschen Atomkraftwerke

la/apd
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