Lichttechnik Siemens spielt Trennung von Osram durch

Siemens trägt sich Kreisen zufolge mit dem Gedanken an eine Trennung von Osram. Der Konzern lote hinter den Kulissen die Möglichkeiten eines Börsengangs aus, hieß es. Die Aktie legt deutlich zu.
Osram in Augsburg: Produktionsstätte bald Teil einer börsennotierten Aktiengesellschaft?

Osram in Augsburg: Produktionsstätte bald Teil einer börsennotierten Aktiengesellschaft?

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Es sei allerdings weder eine Entscheidung über einen Osram-Börsengang gefallen noch seien Investmentbanken für einen entsprechenden Schritt mandatiert worden, sagten mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen am Montag. Die Fachabteilungen der Geldhäuser seien allerdings schon ganz wild darauf, einen Auftrag für die Betreuung eines milliardenschweren Börsengangs zu ergattern.

Möglicherweise könnte Siemens  seine Lichttechniksparte noch 2011 aufs Parkett führen, hieß es. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern. Auch die Agentur Bloomberg hatte über Börsenpläne für den Glühbirnenhersteller berichtet.

An der Aktienbörse sorgten die Aussichten bereits für Bewegung: Die Siemens-Aktie legte gut 4 Prozent zu und war damit größter Gewinner im Dax . Die zuletzt boomende Osram gilt seit längerer Zeit als Verkaufskandidat.

Osram übernimmt Leuchtenspezialisten Siteco

Das Geschäft der traditionsreichen Tochter gilt als kapital- und forschungsintensiv. Im Verlauf der Wirtschaftskrise hat sich Osram durch seine Lieferverbindung zur Autoindustrie als schwankungsanfällig erwiesen. Zudem machen asiatische Billiganbieter dem in München angesiedelten Unternehmen das Leben schwer.

Am Montag kündigte Osram die Übernahme des Leuchtenspezialisten Siteco Lighting für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an. Der Hersteller von Straßenlaternen und Flutlichtanlangen hatte bereits bis 1997 zum Siemens-Konzern gehört und stand zuletzt im Besitz des britischen Finanzinvestors Barclays Private Equity.

Sollte sich Siemens für einen Abschied von Osram entscheiden, setzt der Konzern eine lange Reihe von Trennungen fort, dem weite Teile des Verbrauchergeschäfts zum Opfer fielen. So verabschiedete sich Siemens fast völlig aus der Telekommunikation.

Allein an dem Gemeinschaftsunternehmen Bosch Siemens Hausgeräte, das neben Osram der letzte Berührungspunkt von Siemens mit Privatkunden ist, will Konzernchef Peter Löscher erklärtermaßen festhalten. Siemens verkaufte in der Vergangenheit nicht nur Sanierungsfälle, sondern auch gewinnträchtige Teile wie die Autozuliefersparte VDO, die für elf Millarden Euro an Continental  ging.

Vor dem Verkauf an die Niedersachsen hatte Siemens einen Börsengang des Geschäftsfelds in Aussicht gestellt, war dann aber auf einen Komplettverkauf an Continental umgeschwenkt.

la/reuters
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