Führungswechsel bei ThyssenKrupp Schulz geht mit positivem Ausblick

Ekkehard Schulz verlässt ThyssenKrupp mit einer weitgehend positiven Bilanz: Der Konzern hat den Umsatz im ersten Quartal gesteigert, der Gewinn allerdings stagnierte. Für das Gesamtjahr ist Schulz, der heute die Führung an Ex-Siemens-Manager Heinrich Hiesinger übergibt, zuversichtlich.
Führungswechsel bei ThyssenKrupp: Nach elf Jahren an der Spitze des Unternehmens übergibt Ekkehard Schulz die Leitung an Heinrich Hiesinger

Führungswechsel bei ThyssenKrupp: Nach elf Jahren an der Spitze des Unternehmens übergibt Ekkehard Schulz die Leitung an Heinrich Hiesinger

Foto: Boris_Roessler/ dpa

Bochum - ThyssenKrupp hat im Auftaktquartal seines neuen Geschäftsjahrs den Umsatz kräftig gesteigert, der operative Gewinn stagnierte dagegen wegen Anlaufverlusten in den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA.

Nach ersten Berechnungen legten die Erlöse zwischen Oktober und Dezember um gut 17 Prozent auf mehr als 11 Milliarden Euro zu, wie die Dax-Gesellschaft am Freitag kurz vor der Hauptversammlung in Bochum mitteilte. Das bereinigte Ergebnis von Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit 277 Millionen Euro nahezu konstant.

Zum Gewinn trugen alle Geschäftsbereiche außer der neuen Stahlsparte in Amerika bei. Dort gab es Verluste von rund 300 Millionen Euro. Mit den Belastungen hatte der Vorstand gerechnet.

Der scheidende Vorstandschef Ekkehard Schulz betonte, dass das Quartalsergebnis die wieder gestiegene strukturelle Ertragskraft des von der Wirtschaftskrise schwer belasteten Konzerns verdeutliche. "Das zeigt, dass wir uns auf gutem Weg befinden, unsere anspruchsvollen Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Schulz.

Mit Hiesinger übernimmt wieder ein Ingenieur die Führung

In diesem Geschäftsjahr will ThyssenKrupp  den Umsatz um 10 bis 15 Prozent steigern. Im abgelaufenen Jahr waren es 42,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll dabei deutlich stärker steigen, und zwar von rund 1,2 auf zwei Milliarden Euro. Damit ist seit diesem Geschäftsjahr das bereinigte Ebit gemeint. Zuvor war jahrelang das bereinigte Vorsteuerergebnis maßgeblich.

Bei der Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandschef Ekkehard Schulz seinen letzten Auftritt. Das Amt des 69-Jährigen übernimmt danach der von Siemens gekommene Manager Heinrich Hiesinger.

Dass mit Hiesinger wieder ein Ingenieur an der Spitze stehe, sei eine sehr gute Entscheidung, sagte Schulz am Morgen im Deutschlandfunk. Stahl werde auch künftig eine große Rolle spielen, erklärte er zudem. Zwar sei die Nachfrage konjunkturanfällig und damit Schwankungen ausgesetzt. Stahl bleibe aber der zentrale industrielle Werkstoff. "Ich sehe für den Stahlbereich eine positive Entwicklung."

Schulz hatte den Mischkonzern mit heute 180.000 Mitarbeitern seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999 geführt. Hiesinger gehört seit Oktober bereits dem Vorstand von ThyssenKrupp an. Er tritt zu einem Zeitpunkt an, zu dem sich ThyssenKrupp von den Rückschlägen in der Wirtschaftskrise gut erholt hat. Schulz hatte mit einem rigiden Sparkurs und Verkäufen verlustreicher Geschäftsbereiche wie dem zivilen Schiffbau das Unternehmen wieder in die Gewinnzone gebracht.

mg/dpa-afx/rtr
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