Bordkarten-Urteil Ryanair darf keine Strafgebühr erheben

Die von Ryanair veranschlagte Gebühr von 40 Euro für eine nicht selbst ausgedruckte Bordkarte ist rechtswidrig. Auch wenn der Flug per Internet gebucht wurde, hat die Fluggesellschaft die Pflicht, eine Bordkarte auszustellen, urteilte ein Gericht in Barcelona.
Ryanair-Jet: Die Fluggesellschaft muss die Bordkarte zur Verfügung stellen

Ryanair-Jet: Die Fluggesellschaft muss die Bordkarte zur Verfügung stellen

Foto: © Jean-Paul Pelissier / Reuters/ REUTERS

Barcelona - Ein spanisches Gericht hat ein Veto gegen die Gebührenpolitik von Ryanair eingelegt. Der irische Billigflieger dürfe nicht seine Kunden zu einer Zahlung von 40 Euro verdonnern, wenn diese vergessen haben, ihre Boarding Card auszudrucken, urteilte Richterin Barbara Maria Cordoba in Barcelona. Geklagt hatte ein spanischer Rechtsanwalt.

"Nach der normalen jahrelangen Praxis hat die Fluggesellschaft die Verpflichtung, die Bordkarten zu stellen", sagte Cordoba zur Urteilsbegründung. Sie halte die betreffende Klausel von Ryanair für unlauter und daher für nicht gültig. Die spanische Vereinigung der Verbraucherschützer begrüßte die Entscheidung, nach den Gesetzen des internationalen Luftverkehrs müssten die Airlines die Reisedokumente bereitstellen.

Ryanair teilte in einer Stellungnahme mit, dass das Unternehmen Einspruch gegen das "bizarre und rechtswidrige Urteil" einlegen werde. Mit der Buchung würden die Kunden sich mit dem Online-Check-in und dem Ausdrucken der Bordkarte einverstanden erklären. Außerdem hätte Ryanair keine Verpflichtung, das Dokument auszustellen.

Sollte das Urteil in Barcelona nicht aufgehoben werden, dann werde Ryanair die Möglichkeit zum Ausdrucken der Bordkarten am Flughafen streichen, teilte der Sprecher Stephan McNamara mit. Die Konsequenz wäre, dass Passagiere, die ohne Bordkarte am Flughafen ankommen, nicht fliegen könnten.

abl/AFP
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