Alan Hippe Finanzvorstand verlässt ThyssenKrupp

Kurz vor dem geplanten Chefwechsel bei ThyssenKrupp hat Finanzvorstand Alan Hippe seinen Rückzug angekündigt. Der Manager hatte offenbar selbst auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden gehofft. Die Aktien des Mischkonzerns verloren nach der Ankündigung deutlich an Wert.
Finanzchef Hippe: Verlässt nach knapp zwei Jahren den Mischkonzern ThyssenKrupp

Finanzchef Hippe: Verlässt nach knapp zwei Jahren den Mischkonzern ThyssenKrupp

Foto: DPA

Essen - Finanzvorstand Alan Hippe verlasse das Unternehmen Ende März auf eigenen Wunsch, teilte ThyssenKrupp mit. Der Manager wolle sich einer neuen beruflichen Aufgabe stellen.

Der 44-jährige Hippe war seit dem 1. April 2009 Finanzvorstand bei ThyssenKrupp . Seinem Ausscheiden muss am 21. Januar noch der Aufsichtsrat zustimmen. Am gleichen Tag soll der langjährige Vorstandschef Ekkehard Schulz die Führung des Unternehmens an den ehemaligen Siemens-Manager Heinrich Hiesinger übergeben.

Die Aktien des Mischkonzerns fielen nach der Ankündigung in der Spitze um 4 Prozent auf 30,44 Euro. Damit waren sie größter Dax-Verlierer. "So ein unerwarteter Weggang schafft immer Unsicherheit", sagte ein Händler. Ein weiterer Börsianer ergänzte, er könne sich vorstellen, dass sich die Aktie im Tagesverlauf erholen könne. Der Kursrutsch sei übertrieben.

Wird Hippe Zetsches Nachfolger?

Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Hippes stieg die Aktie von Daimler um 1,86 Prozent auf 55,99 Euro. Am Markt kursieren Spekulationen, der Manager könnte zu dem Autokonzern wechseln. Dort könnte er Finanzvorstand Bodo Uebber ersetzen, der wiederum dann eventuell komplett zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wechseln könnte. Von diesem Posten aus könnte Hippe dann in ein paar Jahren den Chefposten bei Daimler von Dieter Zetsche übernehmen, so lauten die Gerüchte am Markt. Ein Daimler-Sprecher sagte, an den Spekulationen sei "nichts dran".

Von der Aufgabe Hippes bei ThyssenKrupp zeigten sich Händler ansonsten nicht sonderlich überrascht. Hippe sei 2009 vom Reifenhersteller Continental zu Thyssen gekommen und habe gehofft, den Chefposten bei ThyssenKrupp zu übernehmen, was ihm nicht gelang. An der Entwicklung des Stahlkonzerns ändere der Weggang nichts.

mg/dpa-afx
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