Kapitalerhöhung Aurubis nimmt 170 Millionen Euro ein

Die Aktionäre der Kupferhütte Aurubis haben heute erhebliche Wertverluste ihres Investments hinnehmen müssen. Das Unternehmen hatte zuvor vier Millionen neuer Aktien bei institutionellen Anlegern platziert. Den Erlös daraus möchte das Aurubis-Management auch für Zukäufe ausgeben.
Anodengießrad auf dem Aurubis-Gelände in Hamburg: Kupferhütte erhöht ihr Kapital

Anodengießrad auf dem Aurubis-Gelände in Hamburg: Kupferhütte erhöht ihr Kapital

Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa

Hamburg - Europas größte Kupferhütte Aurubis hat im Zuge einer Kapitalerhöhung knapp 170 Millionen Euro bei institutionellen Anlegern eingesammelt. Die jungen Aktien seien zu je 41,50 Euro platziert worden, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag. Der Preis entspricht einem Abschlag von fast 10 Prozent auf dem Schlusskurs vom Mittwoch, an dem die Papier von Aurubis ein Jahreshoch erreicht hatten.

Den Erlös aus der Kapitalerhöhung will Aurubis für organisches und externes Wachstum einsetzen. Damit verschafft sich der Konzern zugleich Spielraum für Zukäufe außerhalb Europas. Vorstandschef Bernd Drouven erwägt seit längerem eine Expansion nach Asien oder Südamerika. Bislang gebe es diesbezüglich noch nichts Spruchreifes, sagte eine Sprecherin. Die Angebotsspanne hatte zwischen 41,25 und 42,25 Euro gelegen.

Die Aktie des MDax-Unternehmens verloren nach der Kapitalerhöhug heftig an Wert. Die summierte sich am Ende des Handelstages auf 8,04 Prozent, so dass der Aurubis-Kurs auf 42,10 Euro einbrach.

Aurubis-Großaktionär Salzgitter beteiligte sich offenbar nicht an der Kapitalerhöhung und ließ seinen Anteil dadurch verwässern. "Wir fühlen uns mit unseren Anteilen an Aurubis komfortabel", sagte ein Sprecher. Die Beteiligungshöhe sei "bis auf weiteres ausreichend". Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern war vor zwei Jahren bei der damaligen Norddeutschen Affinerie eingestiegen und hatte den Anteil schrittweise auf etwas mehr als 25 Prozent erhöht.

Über eine damals vereinbarte Zusammenarbeit bei Einkauf sowie Forschung und Entwicklung kam man allerdings nicht hinaus. Große Synergien waren von Beginn an nicht erwartet worden, da es kaum Überschneidungen zwischen Stahl- und Kupfergeschäft gibt. Salzgitter hatte seine Aurubis-Beteiligung jüngst für eine Wandelanleihe genutzt, die sowohl in Aktien des Kupferkonzerns als auch in bar zurückgezahlt werden kann.

kst/rtr/dpa

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