US-Unternehmensgewinne Alcoa schreibt wieder schwarze Zahlen

Der größte US-Aluminiumkonzern Alcoa ist am Jahresende dank höherer Metallpreise in die Gewinnzone zurückgekehrt. Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld eröffnet damit die Saison der Unternehmensbilanzen. In diesem Jahrzehnt erwartet er eine Verdopplung der Nachfrage.
Alcoa-Arbeiter in Italien: Manche Werke mussten 2010 schließen, doch jetzt ist Aluminium wieder gefragt

Alcoa-Arbeiter in Italien: Manche Werke mussten 2010 schließen, doch jetzt ist Aluminium wieder gefragt

Foto: MARIO LAPORTA/ AFP

New York - Das vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen eröffnete am Dienstag die US-Bilanzsaison mit einem Gewinn von 258 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Alcoa noch ein Minus in fast gleicher Höhe verbuchen müssen.

Obwohl Alcoa  damit im vierten Quartal etwas mehr verdiente als von Analysten im Schnitt erwartet, gab die Alcoa-Aktie im nachbörslichen Handel gut 1 Prozent nach. Der Umsatz des Rusal-Konkurrenten wuchs um 4 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Der Zuwachs sei einem Anstieg der Aluminium-Preise um 11 Prozent zu verdanken, hieß es. Analysten lobten die Bilanz in ersten Reaktionen und sprachen von einem guten Startschuss für die US-Bilanzsaison. Vor allem der Optimismus des Konzerns verheiße Gutes auch für andere Unternehmen.

Die Wirtschaftskrise hatte die Nachfrage wichtiger Abnehmer wie Autobranche sowie Verpackungs- oder Bauindustrie einbrechen lassen, entsprechend waren auch die Preise gesunken. 2010 ging es wieder aufwärts. Allein im vierten Quartal legten die Aluminiumpreise um 5 Prozent zu und befinden sich jetzt in der Nähe des Zwei-Jahres-Hochs bei 2500 Dollar je Tonne.

Alcoa führte die Geschäftsverbesserung auch auf die anziehende Nachfrage sowie eine durch Kostensenkungen gesteigerte Produktivität zurück. Diese Effekte seien jedoch teilweise durch den schwächeren US-Dollar sowie höhere Rohmaterial- und Energiekosten aufgefressen worden.

Alcoa sieht noch lange kein Ende des Aufschwungs. "2011 erwarten wir ein weiteres Wachstum des Aluminiummarktes um 12 Prozent nach der Steigerung um 13 Prozent im vergangenen Jahr", erklärte Kleinfeld. Alcoa sei gut dafür positioniert, in seinen Märkten schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen. Auch im Immobiliensektor zeichne sich langsam ein Licht am Ende des Tunnels ab. Bis 2020 wird sich nach Einschätzung von Alcoa die weltweite Nachfrage nach Aluminium sogar verdoppeln.

Alcoa läutet traditionell die US-Berichtssaison ein. Börsianer schauen bei Alcoa besonders genau hin: Die Zahlen gelten wegen der breiten Verwendung von Aluminium als eine Art Indikator für die gesamte Wirtschaft. Die Autoindustrie setzt das leichte Metall unter anderem für Motorenblöcke ein, die Flugzeughersteller bauen daraus Rumpf und Tragflächen.

ak/rtr/dpa-afx
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