Montag, 16. September 2019

Prognose Siemens will Gewinn um bis zu 35 Prozent steigern

Verdient ordentlich: Siemens-Chef Peter Löscher erhält für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Gesamtvergütung von 10,1 Millionen Euro und rückt damit in die Spitze der Dax-Vorstände auf

Die Geschäfte laufen gut bei Siemens, und sie sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres noch besser laufen. Der Münchener Technologiekonzern will seinen Gewinn deutlich steigern. Damit würde auch die Vergütung der Vorstände um Chef Peter Löscher weiter zulegen.

München - Siemens erwartet auch über das laufende Geschäftsjahr 2010/11 hinaus steigende Gewinne. Im Geschäftsjahr 2011/12 (zum Ende September) werden Umsatz und Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft ebenfalls weiter zulegen, wie aus dem am Donnerstag im Internet veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte der Technologiekonzern, den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft von zuletzt 4,1 Milliarden Euro um 25 bis 35 Prozent zu steigern.

Einen zusätzlichen Gewinn verspricht sich Siemens Börsen-Chart zeigen aus der Beilegung des Streits mit dem französischen Kraftwerkspartner Areva. Noch im laufenden Jahr will Siemens von den Franzosen für seinen Anteil von einem Drittel an dem gemeinsamen Atomkraftwerksbauer Areva NP Geld sehen.

Der Pariser Konzern hatte den Wert des Siemens-Anteils auf zwei Milliarden Euro veranschlagt. Die beiden Partner streiten darüber allerdings noch vor dem Schiedsgericht.

In seinen Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Medizintechnik sieht der Münchener Konzern rosigen Zeiten entgegen. "Siemens rechnet in allen der drei Sektoren mit einer weiteren Erholung des Geschäfts", hieß es. Die Geschäftsfelder Industrie und Energie würden im laufenden und kommenden Geschäftsjahr wie angepeilt operative Renditen (Ebitda) zwischen je 10 und 15 Prozent abwerfen, die Medizintechnik zwischen 15 und 20 Prozent.

Der Auftragseingang werde steigen, die Kosten gemäß der angekündigten Wachstumsoffensive allerdings ebenfalls. Die angestrebte Rendite auf das eingesetzte Kapital werde 2010/11 und im Folgejahr zwischen 15 und 20 Prozent liegen.

Sorgen bereitet Siemens allerdings weiterhin sein Randgeschäft. Die Sanierung des gemeinsam mit der finnischen Nokia geführten Netzwerkbauers NSN werde das Beteiligungsergebnis von Siemens weiter "erheblich beeinflussen".

Die jüngst abgespaltene IT-Sparte SIS wird auf absehbare Zeit nicht mit ihren Konkurrenten mithalten können. Unter dem Strich werde die zuletzt verlustträchtigen Tochter zwar besser abschneiden, es sei aber nicht davon auszugehen, dass "das Geschäft innerhalb des Prognosezeitraums branchenübliche Ergebnisse erzielen kann".

Üppiges Vergütungsplus für die Vorstände - Löscher bekommt zehn Millionen

Siemens-Chef Peter Löscher hat in diesem Jahr eine Lohnerhöhung von 26 Prozent erhalten. Mit Bonus und Aktien stieg sein Gehalt damit von 7,2 Millionen Euro auf 9,0 Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht.

Hinzu kamen 1,1 Millionen Euro für die Altersvorsorge - unter dem Strich also 10,1 Millionen Euro. Vor der Wirtschaftskrise, 2008, hatte Löscher in seinem ersten vollen Jahr als Siemens-Chef allerdings noch eine Million Euro mehr verdient.

Nach dem neuen Vergütungssystem wird das Einkommen der Vorstände jetzt stärker am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. Die Vergütung des Konzernchefs kann dabei künftig zwischen 2,0 Millionen Euro und 11 Millionen Euro schwanken, die der anderen Vorstandsmitglieder zwischen 0,9 Millionen Euro und 4,7 Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommt jeweils noch die Altersvorsorge.

Nach Löscher war Einkaufsvorstand Barbara Kux in diesem Jahr die bestbezahlte Siemens-Managerin. Aufgrund von Sonderzahlungen wegen ihres Umzugs kam die Schweizerin auf knapp 4,0 Millionen Euro. Schlusslicht war die erst im Juli in den Vorstand berufene Personalchefin Brigitte Ederer mit 885.000 Euro.

Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge von 27 Millionen Euro auf 34 Millionen Euro. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme kassierte 487.000 Euro, der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber als sein Stellvertreter bekam 240.000 Euro.

nis/rtr/dapd

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