Donnerstag, 19. September 2019

Anlagenbauer Linde peilt Rekordergebnis an

Linde-Chef Reitzle: "Wir sind davon überzeugt, den Wert aus dem Rekordjahr 2008 zu übertreffen"

Die Geschäfte beim Industriegasespezialist und Anlagenbauer Linde laufen vor allem in den Schwellenländern auf Hochtouren. Das Münchener Unternehmen befindet sich laut Konzernchef Wolfgang Reizle auf dem Weg zu einem Rekordergebnis.

München - Das operative Konzernergebnis (Ebitda) vor Sondereffekte habe um 17,6 Prozent auf 749 Millionen Euro zugelegt, teilte Linde am Dienstag mit. Nach neun Monaten summierte sich das operative Ergebnis bereits auf 2,145 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Spitzenwert. Im Rekordjahr 2008 hatte es 1,910 Milliarden Euro betragen.

Die zuletzt gut gelaufene Linde-Aktie Börsen-Chart zeigen fiel indes im frühen Handel in einem kaum veränderten Marktumfeld um 1,78 Prozent auf 101,95 Euro.

"Unsere Maßnahmen zur nachhaltigen Effizienzsteigerung wirken. Auch deshalb blicken wir zuversichtlich auf die kommenden Monate", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte er. "Wir sind davon überzeugt, das operative Konzernergebnis überproportional zu verbessern und den Wert aus dem Rekordjahr 2008 zu übertreffen." Damals hatte das operative Ergebnis mit 2,555 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert erreicht. Beim Umsatz peilt die im Dax notierte Gesellschaft für 2010 weiterhin einen Zuwachs an.

Auf die weltweite Wirtschaftskrise hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit der beschleunigten Umsetzung seines Programms HPO - High Performance Organisation - reagiert. Mit dem bereits 2008 eingeleiteten Sparprogramm wollen die Münchener die Kosten bis 2012 insgesamt um 650 bis 800 Millionen Euro drücken. 2009 sparte Linde 300 Millionen Euro ein und strich knapp 4200 Stellen weltweit. Das Unternehmen beschäftigte Ende September 47.934 Mitarbeiter.

Im dritten Jahresviertel kletterte der Umsatz um 16,4 Prozent auf 3,301 Milliarden Euro. Unter dem Strich wies Linde von Juli bis September einen Gewinn nach Minderheiten von 253 Millionen Euro nach 169 Millionen Euro im Vorjahr aus. Mit seinen Zahlen übertraf Linde die Schätzungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte Linde wie auch seine Konkurrenten Air Liquide aus Frankreich und die beiden US-Firmen Air Products & Chemicals und Praxair noch unter den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise gelitten.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete Linde erneut mit seinem größten Geschäft Gase. Der Umsatz legte im dritten Quartal auf 2,659 (Vorjahr: 2,279) Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn erhöhte sich auf 718 Millionen Euro nach 625 Millionen Euro im Vorjahr. Dazu beigetragen haben alle Regionen. Das größte Plus verzeichnete aber wie bereits in den Vorquartalen die Region Asien und insbesondere China.

Im laufenden Jahr will Linde in dem Geschäftsbereich beim Ergebnis und beim Umsatz die Spitzenwerte von 2008 übertreffen. Im Vorkrisenjahr hatte der Konzern in der Sparte ein operatives Ergebnis von 2,417 Milliarden Euro ausgewiesen.

Auch in der kleineren Sparte Anlagenbau ging es aufwärts. Der Umsatz übertraf mit 579 Millionen Euro leicht das Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 61 (Vorjahr: 55) Millionen Euro. Die operative Marge kletterte auf 11,2 Prozent (8,1 Prozent). Der Auftragsbestand mit 4,1 Milliarden Euro bilde eine gute Grundlage für eine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung in den kommenden zwei Jahren, hieß es.

2010 will Linde mindestens so viel umsetzen wie im Vorjahr. Die operative Marge soll hingegen den Vorjahreswert von 8 Prozent mit mindestens 10 Prozent deutlich übertreffen.

mg/dpa-afx

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