Spezialisierung Evonik vor weiterem Spartenverkauf

Evonik stellt sein Geschäft mit Industrierußen (Carbon Black) zur Disposition. Konzernchef Klaus Engel will sich damit auf profitable Geschäftsfelder im Bereich Spezialchemie konzentrieren. Evonik arbeitet bereits am Verkauf seiner Energie-Sparte um die ehemalige Steag.
Bald von bisherigen Geschäftssparten getrennt: Evonik verkauft Geschäftsfelder

Bald von bisherigen Geschäftssparten getrennt: Evonik verkauft Geschäftsfelder

Foto: Franz-Peter Tschauner/ picture-alliance/ dpa

Essen - Der Mischkonzern Evonik steht kurz davor, einen weiteren Geschäftsbereich mit einem Umsatz in Milliardenhöhe zu verkaufen. "Evonik Industries hat den Verkauf seines Carbon-Black-Geschäfts beschlossen", teilte der Essener Konzern am Montag mit. Ein neuer Eigentümer soll das Geschäft mit 1700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro ausbauen.

Über den möglichen Verkauf des Geschäfts hatte es bereits seit Monaten Spekulationen gegeben - für Engel gehört es nicht mehr zu den Kerngeschäftsfeldern bei Evonik. Eine Investmentbank soll nun bei der Suche nach einem neuen Eigner helfen.

Weltweit ist Evonik nach eigenen Angaben derzeit die Nummer zwei im Geschäft mit dem Pigmentruß, der unter anderem zur Herstellung von Autoreifen, Lacken und Druckfarben benötigt wird. Evonik-Chef Klaus Engel erklärte, angesichts der Konsolidierung der Branche und der steigenden Bedeutung asiatischer Absatzmärkte sehe das Unternehmen für Carbon Black bessere Perspektiven außerhalb des Konzerns. Die Sparte gehöre daher nicht mehr zum Kerngeschäft von Evonik und sei bereits rechtlich verselbständigt worden.

"Erklärtes Ziel ist es, eine für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner gleichermaßen überzeugende Lösung zu finden", erklärte Engel. Der Verkauf sei die beste Basis für nachhaltige Investitionen in die Unternehmenssparte und eine langfristige Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze.

In die entscheidende Phase ist dagegen bereits die Suche nach einem neuen Eigner für die Energiesparte gegangen. Aussichtsreiche Bieter sind früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge ein Stadtwerke-Konsortium, der Entsorgungsriese Remondis und die türkische Park Holding. Leichte Vorteile im Rennen um die Sparte, die 2009 einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro eingefahren hatte, haben den Kreisen zufolge das Bündnis von Stadtwerken aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie der Entsorgungsriese Remondis.

kst/ddp/apd
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