Mittwoch, 20. November 2019

Umsätze stagnieren Starker Franken wird Novartis zusetzen

"Gute Wachstumsaussichten": Novartis-Chef Joe Jimenez fürchtet aber gleichwohl Belastungen des Gewinns durch den starken Franken nach der schockartigen Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze

Auslaufende Patente und Generika haben Novartis in 2014 ausgebremst. Nach dem Umbau sollen Umsätze und Gewinne jetzt wieder steigen - wenn denn der Schweizer Franken dem weltgrößten Pharmakonzern keinen Strich durch die Rechnung macht.

Basel - Der Umsatz des weltgrößten Pharmakonzerns Novartis hat im vergangenen Jahr nur 1 Prozent auf 58 Milliarden Dollar zugelegt. Der Reingewinn stieg auch dank Einsparungen um 12 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar, teilte Novartis mit. Die Aktionäre sollen 2,60 Franken Dividende je Aktie erhalten, nach 2,45 Franken im Vorjahr.

Nach dem Konzernumbau sollen dieses Jahr Umsatz und Gewinn stärker zulegen als zuletzt in Aussicht gestellt. "Unsere Wachstumsaussichten sind 2015 überzeugend, und mit den Portfolio-Umstellungen haben wir in den kommenden fünf Jahren wirklich gute Wachstumsaussichten", sagte Konzernchef Joseph Jimenez.

Dieses Jahr sollen die Verkaufserlöse unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen. Beim bereinigten operativen Gewinn wird ein Zuwachs um einen hohen einstelligen Prozentbetrag angepeilt. 2014 betrug er 14,6 Milliarden Dollar, währungsbereinigt ein Plus von 8 Prozent. Der Umsatz war unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um 3 Prozent höher.

Renditeschwache Sparten verkauft, Krebsgeschäft ausgebaut

Novartis hat im Oktober mit dem Verkauf des Grippeimpfstoff-Geschäfts einen tiefgreifenden Umbau abgeschlossen, der das Unternehmen rentabler machen soll. Die kleinen und renditeschwachen Sparten Impfstoffe, Tiergesundheit und rezeptfreie Medikamente wurden abgestoßen und stattdessen das schnell wachsende und hochlukrative Krebsgeschäft ausgebaut. Käufe und Verkäufe haben einen Wert von insgesamt rund 27 Milliarden Dollar.

Die Umsatzeinbussen durch Generika schätzt Novartis auf 2,5 Milliarden US-Dollar. Kräftig anziehende Verkäufe neuerer Medikamente halfen, aber die Einbußen beim Umsatzrenner und Blutdrucksenker Diovan infolge billigerer Generika-Konkurrenz wettzumachen. Die Verkaufserlöse der in den letzten fünf Jahren auf den Markt gebrachten Präparate wuchsen um 18 Prozent.

Arzneien wie die Tablette Gilenya zur Behandlung von Multipler Sklerose, die Krebsmedikamente Afinitor und Tasigna oder neue Präparate zur Behandlung von Raucherhusten tragen inzwischen ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Die Verkaufserlöse mit Diovan, einst das umsatzstärkste Medikament des Konzerns, sanken um ein Drittel auf 2,3 Milliarden Dollar. Insgesamt erzielte Novartis mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im abgelaufenen Jahr 31,8 Milliarden Dollar, ein leichter Rückgang um ein Prozent.

Starker Franken dürfte Gewinn dieses Jahr belasten

Die starke Aufwertung des Frankens nach der schockartigen Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze werde sich auf den Gewinn auswirken, sagte Konzernchef Jimenez. Bei lediglich zwei Prozent Umsatz fallen zwölf bis 13 Prozent der Kosten im Land an. "Wir sehen uns die Kosten in der Schweiz an", erklärte Jimenez. "Wir sehen uns an, wie es mit der Beschaffung und anderen Services aussieht, die wir in der Schweiz haben."

Novartis legt als erster großer Pharmakonzern seine Bilanz vor. Ergebniszahlen der US-Rivalen Bristol-Myers Squibb Börsen-Chart zeigen und Pfizer Börsen-Chart zeigen werden im Laufe des Tages erwartet, der deutsche Bayer-Konzern Ende Februar.

rei/rtr/dpa

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