Montag, 16. September 2019

Deutsche Industrie 200 Milliarden Euro für Industrie 4.0

Roboter-Sprüharme bei der Autoproduktion: Bis 2020 wollen 80 Prozent der in einer PwC-Studie befragten Unternehmen ihre Waren und Produktionsketten komplett vernetzen

Deutschlands Industrieunternehmen planen hohe Investitionen, um Waren und Produktionsketten stärker zu vernetzen. 3,3 Prozent ihres Umsatzes wollen sie laut einer Studie aufwenden - das sind 200 Milliarden Euro bis 2019.

Hamburg - Deutschlands Industrieunternehmen wollen in den kommenden fünf Jahren insgesamt 200 Milliarden Euro in die Vernetzung ihrer Waren und Produktionsketten investieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 235 Firmen durchgeführt hat. Für Anschaffungen im Bereich der sogenannten Industrie 4.0 würden die Unternehmen jährlich durchschnittlich 3,3 Prozent ihres Jahresumsatzes aufwenden - aufs Jahr gerechnet seien das 40 Milliarden Euro.

"Beispiele für digitalisierte Produkte und Services finden sich in allen Branchen", wird PwC-Experte Reinhard Geissbauer in einer Mitteilung zitiert: Der Maschinen- und Anlagenbau setze etwa auf Sensoren, die Maschinen und Anlagen latent überprüften und so "für eine optimale und präventive Wartung" sorgten. Auch die Waren selbst würden zunehmend digital: "Die Automobilindustrie etwa hat herkömmliche Bremsanlagen durch elektronische Steuereinheiten zu modernen Antiblockiersystemen weiterentwickelt."

Bis 2020 wollen laut Studie über 80 Prozent der befragten Unternehmen ihre Wertschöpfungskette komplett digitalisiert haben. Heute liege der Anteil bei lediglich einem Viertel. Vor allem effizientere Abläufe und erhoffte Einsparungen drängten zu Investitionen: Jährlich sollten digitale Lösungen die Kosten um 2,6 Prozent drücken. Dazu könnten auch Entlassungen beitragen: Internationale Experten spekulieren seit längerem, wie viele menschliche Mitarbeiter noch in komplett vernetzten Fabriken benötigt würden.

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