Aktie steigt deutlich Impfstoff-Entwickler CureVac meldet Fortschritte

Nach Pfizer, BioNTech und Moderna meldet auch Dietmar Hopps Biotechfirma CureVac Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Allerdings braucht CureVac noch 30.000 Probanden für die nächste klinische Studie.
CureVac: Der Tübinger Impfstoff-Hersteller gehört ebenso wie BioNtec aus Mainz zu den Impfstoff-Hoffnungen gegen das Coronavirus

CureVac: Der Tübinger Impfstoff-Hersteller gehört ebenso wie BioNtec aus Mainz zu den Impfstoff-Hoffnungen gegen das Coronavirus

Foto: Thomas Kienzle / AFP

Die Aussicht auf Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung gegen das Corona-Virus hat die Aktien des Impfstoffherstellers CureVac  zeitweise um 11 Prozent in die Höhe getrieben. Das Tübinger Biotech-Unternehmen teilte am Freitag mit, sein Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV habe in präklinischen Tierversuchen eine Immunanwort hervorgerufen und produziere neutralisierende Antikörper.

Im Gegensatz zu BioNTech und Moderna befindet sich CureVac jedoch noch nicht in einer klinischen Phase-III-Studie, sondern in der vorangehenden Studie der kombinierten Phase I/II. Die am Freitag präsentierten Ergebnisse stammen nicht aus Versuchen an Menschen, sondern einer vorklinischen Studie mit Tierversuchen an Mäusen und Hamstern.

In der Vorwoche hatten bereits die Impfstoffhersteller Pfizer und BioNTech aus Mainz deutliche Kursgewinne verbucht. Pfizer und BioNTech rechnen mit einer Notfallzulassung für ihren Impfstoff Ende November dieses Jahres. Die US-Biotechfirma Moderna könnte im Dezember nachziehen. Beide Projekte setzen ebenso wie CureVac auf die bislang in Impfstoffen unerprobte mRNA-Technologie.

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CureVac-Chef Franz-Werner Haas (50) rechnet jedoch nicht damit, dass der Impfstoff seiner Firma gegen das Coronavirus noch dieses Jahr auf dem Markt kommt. "Glaube ich nicht", sagte Haas am Freitag in Stuttgart auf einer Veranstaltung mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (72, Grüne). Vielleicht gehe es schneller, aber er wolle da keine Versprechungen machen. "Das wäre einfach unlauter".

CureVac braucht 30.000 Probanden für nächste klinische Studie

Haas rechnet weiterhin mit dem ersten Halbjahr 2021. Das hänge unter anderem von der Rekrutierung der 30.000 Probanden für die nächste klinische Studie ab. Es brauche eine weltweit breite Immunisierung - er sei zuversichtlich, dass CureVac einen Platz finden werde, auch wenn der Impfstoff aus Tübingen mit ein paar Monaten Versatz komme, sagte Haas mit Blick auf Mitbewerber. Es gehe erst mal darum, den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen, um einen Impfstoff zu haben.

Die inzwischen durch eine Bundesbeteiligung und einen Börsengang sowie weitere Kapitalgeber gepushte Firma CureVac gehört mehrheitlich dem SAP-Mitgründer  Dietmar Hopp   (80) - auch Hopp hatte Hoffnungen auf eine Zulassung des Impfstoffes noch in diesem Jahr gebremst und betont, man wolle nicht den ersten, sondern den besten Impfstoff herstellen.

CureVac-Chef Franz-Werner Haas am Freitag in Stuttgart

CureVac-Chef Franz-Werner Haas am Freitag in Stuttgart

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Haas bescheinigte dem CureVac-Impfstoff nach bisherigen Tests eine gute Verträglichkeit. 250 Probanden aus der ersten Phase der Prüfung des Impfstoffs hätten ihn sehr gut vertragen, sagte Haas. Mittlerweile läuft die zweite Studie zur Prüfung seines Impfstoffkandidaten - in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Danach plant das Unternehmen den Beginn der globalen klinischen Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Das Unternehmen CureVac hatte nach der Mainzer Firma BioNTech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Viruseiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoffstudie war Mitte Juni angelaufen.

la/dpa/afp
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