Baustoff-Engpässe Holzpreis in den USA um 40 Prozent eingebrochen

Monatelang hat der Bauboom in den USA den Holzpreisboom befeuert. Nun zeichnet sich eine Trendwende ab.
Heiße Ware: Holz in einem Sägewerk in Nordamerika

Heiße Ware: Holz in einem Sägewerk in Nordamerika

Foto: Darryl Dyck / dpa

Seit Ende 2020 ist Schnittholz ein extrem knappes Gut. Die Preise steigen deshalb enorm, und das sorgt für Unmut - vor allem auf vielen Baustellen. Ein Grund für die Engpässe: der Bauboom in den USA. Es werden deutlich größere Mengen Material nach Übersee verschifft als früher.

Doch nun zeichnet sich in den USA eine Trendwende ab. Die Preise für Termingeschäfte mit Schnittholz sind drastisch zurückgegangen. Der Holzpreis ist nun fast 40 Prozent seit dem Rekordhoch gefallen, den er Mitte Mai erreicht hatte, meldete die Nachrichtenagentur "Bloomberg " (kostenpflichtig)". Allein in der vergangenen Woche fielen die Preise demnach um 18 Prozent – das war der größte Preisrutsch seit den 1980er-Jahren.

Zahl der Baugenehmigungen geht zurück

Ein Grund für die Entspannung am Holzmarkt: Den Sägewerken in den Vereinigten Staaten gelingt es inzwischen offenbar besser, die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Die US-Holzproduktion wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um 5 Prozent. Eine ähnlich starke Produktionsausweitung wird in den kommenden Monaten erwartet.

Zudem haben die hohen Preise dazu geführt, dass zahlreiche Kunden Baupläne zunächst auf Eis gelegt haben. Die Zahl der Baugenehmigungen für die Errichtung neuer Häuser – ein guter Frühindikator für die weitere Entwicklung des Immobilienmarktes – ist rückläufig. Umfragen zeigen zudem, dass der Anteil der Amerikaner, die sich in den kommenden Monaten nach einem neuen Haus umschauen wollen, von 7,1 Prozent im April auf nur noch 4,3 Prozent im Mai zurückgegangen ist.

Immerhin: Profiteure des Holzbooms gibt es auch in Deutschland. Die deutschen Sägewerke etwa können sich vor Aufträgen kaum retten. Ihre Umsätze wuchsen im ersten Quartal um 27,1 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

SPIEGEL/beb
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.