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Umsteiger II Hölle auf Erden

Utz Claassen geht zu Cerberus
aus manager magazin 12/2008

Irgendwann, so war anzunehmen, würde es Utz Claassen (45) einfach langweilig werden. Die Talkrunden im Fernsehen, wiewohl mit eigener Beteiligung; die Interviews über dies ("Um Geld kümmert sich meine Frau") und das ("Wir leben in einer Welt der Bits und Bytes"); kurz: das Nichtmachen. Im Oktober 2007 war er als Chef des Energieversorgers EnBW ausgeschieden, ein Jahr später hatte er noch immer keine 16-Stunden-Arbeitstage. Ein Job musste her. Jetzt hat er wohl einen, wenn auch in einer darbenden Branche. Claassen ist auf dem Sprung zum Private-Equity-Unternehmen Cerberus. Der Vertrag, so ist zu hören, sei unterschriftsreif, die Zustimmung auf beiden Seiten mündlich erklärt; nur die übliche Compliance-Prüfung des New Yorker Finanzinvestors stehe noch aus. Die Cerberus-Leute (bekanntestes Engagement: Chrysler) wollen Claassen nicht als einfachen Berater beschäftigen, sondern als operativ tätigen Manager bei einer ihrer Firmen. Der ehemalige McKinsey-Mann gilt nach Stationen als Finanzchef bei Seat, als Vorstandsvorsitzender beim Göttinger Laborlieferanten Sartorius und zuletzt bei EnBW als vielseitig verwendbar. Derzeit haben die Cerberus-Leute, die zuletzt erfolglos für den Telekommunikationsanbieter Siemens Enterprise gepitcht hatten, noch keinen konkreten Job für ihn. Man will sich aber seine Expertise sichern, solange er noch frei ist. Claassen war im Gespräch für den Vorstandsvorsitz des französischen Elektronikkonzerns Thomson. Beim Energiekonzern RWE wäre er gern angetreten, stattdessen amtiert weiter Jürgen Großmann (56).

Nun, dann eben Cerberus. Gewissermaßen die Hölle auf Erden. Martin Noé

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