Umstrittenes Containerterminal Tollerort-Geschäftsführer verlässt HHLA

Andreas Hollmann, Geschäftsführer des Hamburger Containerterminals Tollerort, verlässt das Unternehmen. Grund dafür soll jedoch nicht der umstrittene Einstieg der chinesischen Reederei Cosco, sondern die HHLA-Neustrukturierung sein.
Stühlerücken im Hamburger Hafen: Containerterminal Tollerort

Stühlerücken im Hamburger Hafen: Containerterminal Tollerort

Foto: IMAGO/Jürgen Ritter

Der Geschäftsführer des wegen der geplanten chinesischen Beteiligung bundesweit bekannt gewordenen Hamburger Containerterminals Tollerort, Andreas Hollmann (57), verlässt das Unternehmen. Ein Sprecher der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Weggang Ende Oktober habe absolut nichts mit dem geplanten Einstieg des chinesischen Cosco-Konzerns zu tun. Dies sei vielmehr bereits vor längerer Zeit in beiderseitigem Einvernehmen entschieden worden.

Der Geschäftsführer habe "den Wunsch geäußert, eine neue berufliche Aufgabe außerhalb der HHLA annehmen zu wollen", sagte eine Sprecherin des Logistikkonzerns dem NDR und WDR, die zuvor darüber berichtet hatten. Der Hafenmanager ist nach HHLA-Angaben bereits seit vielen Jahren im Unternehmen und seit 2019 Geschäftsführer des Containerterminals Tollerort. Man sei ihm "sehr dankbar" für das, was er in verschiedenen Funktionen in der HHLA geleistet habe, hieß es.

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung vom Montag liegt der Grund des Ausscheidens vielmehr in der von Konzernchefin Angela Titzrath (56) geplanten Neustrukturierung der HHLA. Ein Nachfolger für Hollmann, offenbar ein "ausgewiesener Logistikexperte", sei demnach bereits gefunden und werde eingearbeitet.

Umstrittener Einstieg von chinesischer Reederei

Das Bundeskabinett hatte sich vergangene Woche im Streit um den Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Cosco auf einen Kompromiss verständigt. Demnach wurde eine sogenannte Teiluntersagung beschlossen, wodurch die Chinesen nur einen Anteil unterhalb von 25 Prozent an dem Containerterminal Tollerort erwerben dürfen. Ein weitergehender Erwerb oberhalb dieses Schwellenwerts werde untersagt. Cosco wollte ursprünglich einen Anteil von 35 Prozent erwerben.

Zudem seien Sonderrechte untersagt worden. Damit werde eine strategische Beteiligung am Terminal verhindert und der Erwerb auf eine reine Finanzbeteiligung reduziert. Grund dafür sei, dass eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit vorliege. Die Schwelle von 25 Prozent könne auch künftig nicht ohne neues Investitionsprüfverfahren überschritten werden. Cosco werde zudem unter anderem untersagt, sich vertraglich Vetorechte bei strategischen Geschäfts- oder Personalentscheidungen einräumen zu lassen.

hr mit Nachrichtenagenturen
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