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"Heilsamer Schock"

Der Traum vom schnellen Geld ist geplatzt, die Idee des Shareholder-Value lebt weiter. Arno Balzer, Chefredakteur
Von Arno Balzer
aus manager magazin 12/2008

"Creating Shareholder Value". Mit dem Titel seines berühmtesten Werks hat Alfred Rappaport einer ganzen Ära der Wirtschaftsgeschichte eine Überschrift verliehen: Manager sollen Aktionärswert schaffen, forderte Finanzprofessor Rappaport vor gut 20 Jahren. Unzählige Konzernführer folgten diesem Dogma - oder gaben es zumindest vor.

manager magazin hat früher als andere Medien hierzulande für Shareholder-Value geworben. Die Verpflichtung des Managements zur Steigerung des Unternehmenswertes ist ein wirksames Instrument, eine gute Unternehmensführung zu gewährleisten. Aber wir haben auch immer wieder die Position vertreten, dass unternehmerische Entscheidungen nachhaltig sein müssen. In dieser Hinsicht hatten wir in den vergangenen Jahren einiges zu kritisieren. Denn in vielen börsennotierten Unternehmen stieg zwar die Renditeorientierung, häufig musste die Rappaport-Doktrin aber als Legitimation herhalten für atemloses Wheeling und Dealing, für quartalsgetriebenes Ankündigungsmanagement und Selbstbedienung. Als mm-Redakteur Christian Rickens kürzlich mit Alfred Rappaport sprach, erlebte er einen schlagfertigen älteren Herrn, der inzwischen viel Zeit auf dem Tennisplatz verbringt. Durch die gegenwärtige Krise sieht sich der in Kalifornien lebende Vordenker übrigens keineswegs widerlegt. Vielmehr hält er den Kollaps für einen "heilsamen Schock" für all jene Manager und Investoren, die allzu sehr auf schnelle Rendite gesetzt hatten. Für die Zukunft hofft er, dass die Unternehmen zum Kern seiner Idee zurückkehren: zu langfristigem, profitablem Wachstum.

Den Report über den neuen Trend zur nachhaltigen Unternehmensführung lesen Sie ab Seite 128.

WANN IST ES ZEIT, Bilanz zu ziehen? Roland Berger hat diese Frage für sich beantwortet. Jetzt, in diesen Tagen, da er als Stifter die (vorerst) letzte Rolle seiner langen Karriere spielt. Am 24. November wird Bundespräsident Horst Köhler den Roland Berger Preis für Menschenwürde verleihen, an die Kambodschanerin Somaly Mam.

Berger hat nicht nur das Consulting in Deutschland hoffähig gemacht. Er hat etliche Vorstandschefs auf ihre Posten empfohlen und war als Politikberater für rote, schwarze und bunte Regierungen tätig. Ob Gründerzeit, Wiedervereinigung oder Deutschland AG - der erste Ratgeber der Republik ist auch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte.

manager magazin hat exklusiv Bergers persönliche Aufzeichnungen gesichtet und mit ihm über seine Lebenserinnerungen gesprochen. Lesen Sie die Titelgeschichte "Roland Berger, wie ihn keiner kennt" von mm-Redakteur Dietmar Student ab Seite 32.

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