Gewinn und Umsatzsprung Zara-Mutter Inditex trotzt der Krise

Der spanische Inditex-Konzern kommt glänzend aus der Krise und meldet eine regelrechte Explosion von Umsatz und Gewinn. Der Zara-Mutter hilft eine besondere Strategie beim Erfolg – doch künftig dürfte es schwieriger werden.
Rege Nachfrage: Kunden und Kundinnen shoppen wieder gerne bei Zara und anderen Inditex-Marken

Rege Nachfrage: Kunden und Kundinnen shoppen wieder gerne bei Zara und anderen Inditex-Marken

Foto: SUSANA VERA / REUTERS

Die Zara-Mutter Inditex hat im ersten Halbjahr rasant zugelegt. Die Inflation und die damit verbundene Kaufzurückhaltung könnten das Wachstum des H&M-Rivalen im weiteren Verlauf allerdings bremsen. In den ersten sechs Monaten schnellten die Erlöse um knapp ein Viertel auf 14,8 Milliarden Euro in die Höhe, wie der spanische Modemacher am Mittwoch mitteilte. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg um 30 Prozent auf vier Milliarden, der Nettogewinn um 41 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Damit seien bei Umsatz, Ebitda und Überschuss Rekordwerte markiert worden, sagte Vorstandschef Óscar García Maceira. Auch im zweiten Halbjahr habe sich das Wachstum mit der Herbst-/Winter-Kollektion fortgesetzt. Allerdings fiel das Plus von August bis zum 11. September mit 11 Prozent geringer aus.

Die Entwicklung des Branchenprimus entsprach den Erwartungen, Analysten rechnen allerdings wegen der Inflation mit einer schwierigen Saison. "Inditex hat eine sehr starke absolute und relative Performance geliefert", kommentierte Adam Cochrane, Analyst bei der Deutschen Bank. "Aber das geringere Verbrauchervertrauen wird wahrscheinlich zu einem Rückgang der Bekleidungsverkäufe in der zweiten Jahreshälfte und bis 2023 führen, obgleich Preiserhöhungen für Bekleidung den Erlösen helfen."

Inditex mit seinen Marken Zara, Massimo Dutti, Bershka und Pull & Bear hatte bereits zum Jahresbeginn und im Sommer die Preise angehoben, um Kostensteigerungen entgegenzuwirken. Inditex hat zudem seine Strategie, mindestens die Hälfte seiner Kleidungsstücke in der Nähe seines Hauptsitzes in Spanien zu produzieren, weitgehend beibehalten. Der höhere Anteil an ortsnaher Beschaffung kam dem Unternehmen zugute, während Wettbewerber unter den gestörten Lieferketten ächzen. Analysten rechnen daher damit, dass Inditex besser durch die Krise kommt als etwa die Nummer Zwei H&M.

cr/Reuters
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