Montag, 19. August 2019

570 Millionen Dollar in fünf Jahren Wie die Zalando-Vorstände zu Deutschlands bestbezahlten Managern werden könnten

Logo am Zalando-Hauptsitz in Berlin

Über schlechte Bezahlung können sich die Vorstände des Modehändlers Zalando nicht beschweren. Bereits im vergangenen Jahr strichen die beiden Gründer Robert Gentz (35) und David Schneider (36) sowie der für die Finanzen verantwortliche Rubin Ritter (37) dank ausgelaufener Aktienoptionsprogramme rund 50 Millionen Dollar ein.

Doch es dürfte noch besser kommen: Gelingt es den Dreien, innerhalb der kommenden rund fünf Jahre den Preis der Zalando-Aktien mehr als zu verdreifachen und die Verkäufe etwa zu verdoppeln, könnten sie im Erfolgsfalle zusammen 570 Millionen Dollar nach Hause tragen, schreibt an diesem Donnerstag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das bereits im vergangenen Jahr beschlossene Vergütungsprogramm. Damit würden die Manager, deren Festgehalt sich aktuell mit 65.000 Euro weitgehend bescheiden ausnimmt, in vor allem in Deutschland weitgehend unbekannte Sphären vordringen.

Zum Vergleich: Allianz-Chef Oliver Bäte erhielt zuletzt eine Vergütung von knapp zehn Millionen Euro, Daimler-CEO Dieter Zetsche 8,3 Millionen Euro. Der zum Jahreswechsel ausgeschiedene Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich immerhin 23,5 Millionen Euro.

Zalando-Vorstände David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter v.l.n.r.
Bernd von Jutrczenka/DPA
Zalando-Vorstände David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter v.l.n.r.

Doch die Hürden sind beträchtlich. Zwar konnte Europas größter Online-Modehändler binnen Jahresfrist 3,3 Millionen neue Kunden gewinnen, die auch häufiger bestellten - und schaffte es somit, seine Erlöse im ersten Quartal um 15,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro steigern.

Unter dem Strich fuhr der Modehändler jedoch einen höheren Verlust von 17,6 Millionen Euro ein - 2,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Und auch die Logistik wird für den Modehändler zunehmend teurer, bestellen doch immer mehr Kunden spontan mobil - dafür allerdings kleinere Warenkörbe. Ein Trend, der die Logistikkosten in die Höhe schnellen ließ. So übertraf der Anstieg bei den Vertriebskosten mit 14 Prozent den der zusätzlichen Bestellungen von 11,5 Prozent.

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