570 Millionen Dollar in fünf Jahren Wie die Zalando-Vorstände zu Deutschlands bestbezahlten Managern werden könnten

Logo am Zalando-Hauptsitz in Berlin

Logo am Zalando-Hauptsitz in Berlin

Foto: REUTERS

Über schlechte Bezahlung können sich die Vorstände des Modehändlers Zalando nicht beschweren. Bereits im vergangenen Jahr strichen die beiden Gründer Robert Gentz (35) und David Schneider (36) sowie der für die Finanzen verantwortliche Rubin Ritter (37) dank ausgelaufener Aktienoptionsprogramme rund 50 Millionen Dollar ein.

Doch es dürfte noch besser kommen: Gelingt es den Dreien, innerhalb der kommenden rund fünf Jahre den Preis der Zalando-Aktien mehr als zu verdreifachen und die Verkäufe etwa zu verdoppeln, könnten sie im Erfolgsfalle zusammen 570 Millionen Dollar nach Hause tragen , schreibt an diesem Donnerstag die Nachrichtenagentur Bloomberg  unter Berufung auf das bereits im vergangenen Jahr beschlossene Vergütungsprogramm. Damit würden die Manager, deren Festgehalt sich aktuell mit 65.000 Euro weitgehend bescheiden ausnimmt, in vor allem in Deutschland weitgehend unbekannte Sphären vordringen.

Zum Vergleich: Allianz-Chef Oliver Bäte erhielt zuletzt eine Vergütung von knapp zehn Millionen Euro, Daimler-CEO Dieter Zetsche 8,3 Millionen Euro. Der zum Jahreswechsel ausgeschiedene Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich immerhin 23,5 Millionen Euro.

Zalando-Vorstände David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter v.l.n.r.

Zalando-Vorstände David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter v.l.n.r.

Foto: Bernd von Jutrczenka/DPA

Doch die Hürden sind beträchtlich. Zwar konnte Europas größter Online-Modehändler binnen Jahresfrist 3,3 Millionen neue Kunden gewinnen , die auch häufiger bestellten - und schaffte es somit, seine Erlöse im ersten Quartal um 15,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro steigern.

Unter dem Strich fuhr der Modehändler jedoch einen höheren Verlust von 17,6 Millionen Euro ein - 2,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Und auch die Logistik wird für den Modehändler zunehmend teurer, bestellen doch immer mehr Kunden spontan mobil - dafür allerdings kleinere Warenkörbe. Ein Trend, der die Logistikkosten in die Höhe schnellen ließ. So übertraf der Anstieg bei den Vertriebskosten mit 14 Prozent den der zusätzlichen Bestellungen von 11,5 Prozent.

Wie Zalando das Problem mit den steigenden Versandkosten lösen will

Eine Entwicklung, der der Onlinehändler entgegenzuwirken sucht. So versucht Zalando mit seiner "Shop the Look"-Initiative, seine Kunden dazu zu animieren, gleich mehrere Kleidungsstücke samt Accessoires zu bestelllen. Hier kann er auch mit seinen Partnerschaften mit großen Marken punkten, deren Mode Zalando im Zuge seiner Plattformstrategie gegen eine Kommission verkauft. Und denen der Onlinehändler auch sogenanntes "Fullfillment" - also Warenhandling und Versendung anbietet.

In Großbritannien, Spanien, Großbritannien und Irland hat der Onlinehändler bei kleineren Bestellungen sogar schon den kostenlosen Versand gestrichen und nimmt von den Kunden eine Bestellgebühr. Ende Mai sollen Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen folgen.

Für das preissensible Deutschland, für Österreich und die Schweiz gebe es bislang aber noch keine entsprechenden Pläne, betonte eine Sprecherin gegenüber manager-magazin.de. Und das, obwohl die Deutsche-Post-Tochter DHL angekündigt hat, nach dem Brief- nun auch das Paketporto erhöhen zu wollen. 

Und auch der Vorstoß von Instagram, wo Kunden künftig direkt in der App shoppen können sollen, wenn ihnen ein Look gefällt, dürfte in Berlin angesichts der großen Beliebtheit der Fototeil-App beim eigenen Klientel aufmerksam verfolgt werden.

Auch wenn Zalando am Donnerstag seine Jahresprognose bestätigte und weiter ein Umsatzplus am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent und ein Ebit zwischen 175 und 225 Millionen Euro erwartet.

Die Ziele für die Rekordvergütung - eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Umsatzes (CAGR) von mindestens 15 Prozent in den nächsten Jahren und eine Aktienkurs von 144,58 - bleiben ehrgeizig. Am Donnerstag jedenfalls gab die Aktie, bei der die aktuellen Zahlen schon weitgehend eingespreist waren, um knapp 4 Prozent nach - auf 40,40. Euro.