Vergütungen 2020 Mehr als 130 Millionen Euro für die Zalando-Chefs

Die Geschäfte bei Zalando laufen hervorragend, die Aktie seit 12 Monaten im Höhenflug - das lohnt sich auch für die Vorstände des europaweit größten Online-Modehändlers.
Es hat sich gelohnt: Robert Gentz, Rubin Ritter und David Schneider (v.l.)

Es hat sich gelohnt: Robert Gentz, Rubin Ritter und David Schneider (v.l.)

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Bernd von Jutrczenka / picture alliance/dpa

Für den Onlinemodehändler Zalando war das Corona-Jahr 2020 geschäftlich betrachtet ein Glücksfall: Die Erlöse schossen hoch, das Betriebsergebnis verdoppelte sich, das erste Quartal in diesem Jahr verlief noch besser. Gelohnt hat sich das auch für die Vorstände. Laut Vergütungsbericht  von Europas größtem Modehändler flossen den beiden Gründern und Vorstandschefs Robert Gentz (37) und David Schneider (38) sowie dem kürzlich zurückgetretenen Ko-Vorstandschef Rubin Ritter (44) insgesamt rund 134 Millionen Euro zu.

Gemäß der dem Corporate-Governance-Kodex empfohlenen Zuflussrechnung summierten sich die Zuwendungen an Ritter auf 53,3 Millionen Euro, bei Gentz und Schneider waren es jeweils rund 40,5 Millionen Euro (PDF-Download S. 44ff ). Wie so oft macht das Fixgehalt der Vorstände bei vergleichweise jungen Unternehmen nur einen Bruchteil aus. Die Grundvergütung der drei Vorstände betrug jeweils 65.000 Euro, plus jeweils weitere rund 44.000 Euro an Sachbezügen.

Den Löwenanteil stellten erneut Zuflüsse aus aktienbasierten, langjährigen Vergütungsvereinbarungen dar. Die Vorstände können demnach eine bestimmte Anzahl von Aktien des eigenen Unternehmen zu einem zuvor festgelegten geringen Preis kaufen - angesichts des enormen Kurszuwachses der Zalando-Titel kommen die Vorstände heute auf diese hohen Zuflüsse. Allein in den zurückliegenden 12 Monaten hat sich die im MDax notierte Aktie von Zalando in etwa verdreifacht.

Einen deutlichen Schub für das Geschäft verschaffte Zalando in der jüngeren Vergangenheit vor allem seine neue Plattformstrategie: Ähnlich dem Vorbild von Amazon können andere Marken und Händler die Internetplattform von Zalando nutzen, was dem Unternehmen mehr Umsatz und zugleich auch Provisionen sowie Einnahmen mit Logistikdienstleistungen beschert. Dafür geht Zalando durchaus Risiken ein: So nimmt das Unternehmen nicht nur viel Geld in die Hand - in diesem Jahr bis zu 400 Millionen Euro für Logistik und Technologie -, sondern hat auch längst seine eigenen Marken aus dem Sortiment geschmissen. Bislang hat sich die Strategie ausgezahlt: auch für die Vorstände.

rei
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