Samstag, 14. Dezember 2019

Angriff auf die nächste Bastion Wie Amazon den Einzelhandel knacken will

Amazons Laden-Offensive: Whole-Foods, Amazon Go und Amazon 4-star-Läden
AFP; Getty Images
Amazons Laden-Offensive: Whole-Foods, Amazon Go und Amazon 4-star-Läden

3. Teil: Die Chinesen sind schon weiter

Schon 2017 stieg beispielsweise Alibaba für einen Milliardenbetrag bei der chinesischen Supermarktkette Sun Art sowie bei der Elektronikkette Suning ein. Anfang 2018 folgte dann ein weiteres Millioneninvestment in die Möbelkette Easyhome. Insgesamt 10 Milliarden Dollar hat Alibaba sich seine Offlineaktivitäten laut dem "Economist" bislang kosten lassen.

Alibabas Vorzeigeprojekt ist jedoch die Supermarktkette Hema. 2015 gegründet, existieren mittlerweile 46 Läden der Kette in 13 Städten. Weitere 2000 sind offenbar geplant. Neben dem Einkauf frischer Lebensmittel können Kunden sich dort die gekauften Produkte auch direkt zubereiten, innerhalb von 30 Minuten nach Hause liefern lassen und an der Kasse per Gesichtserkennung bezahlen.

Auch Konkurrent Tencent sowie der chinesische Alibaba-Konkurrent JD.com tummeln sich längst im stationären Handel. So unterhält Tecent, Betreiber des in China beliebten Chatdienstes Wechat, zusammen mit Rossmann-Großaktionär A.S. Watson und dem Supermarktkonzern Yonghu mehr als 70 Supermärkte in der chinesischen Provinz Guangdong. Zudem testen die Chinesen zusammen mit der französischen Supermarktkette Carrefour neue "Smart-Retail"-Technologien wie etwa kassenlose Bezahlsysteme.

Und auch J.D.com hat die Verknüpfung von On- und Offlinehandel für sich entdeckt und zuletzt massiv in das Geschäft mit frischen Lebensmitteln investiert. Medienberichten zufolge will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren seine Supermarktkette 7Fresh um 1000 Läden erweitern.

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