Sonntag, 25. August 2019

An Weihnachten Amazon setzt 600 Mitarbeiter vor die Tür

Streik bei Amazon: Verdi versucht den Internet-Versandhändler unter Druck zu setzen

Einen Tag vor Weihnachten soll der Internet-Versandhändler Amazon 600 befristet Beschäftigte entlassen haben, kritisiert die Gewerkschaft Verdi. Demnach wurden die Betroffenen sprichwörtlich vor die Tür gesetzt.

Brieslang - Die Gewerkschaft Verdi hat Kündigungen von Mitarbeitern des Amazon-Logistikzentrum in Brieselang (Havelland) bei Berlin kritisiert. Der Internet-Versandhändler habe am Montag mindestens 600 befristet Beschäftigte einbestellt, ihnen die Kündigung ausgesprochen und das sofortige Verlassen des Betriebsgeländes verlangt, teilte Verdi am Dienstag mit. Das Zentrum in Brieselang war erst im November eröffnet worden.

"Amazon Börsen-Chart zeigen zeigt wieder einmal sein wahres Gesicht", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Nachdem sie mit Höchstleistungen unter Druck das Vorweihnachtsgeschäft abgewickelt haben, werden die befristet Beschäftigten jetzt - ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend - Knall auf Fall vor die Tür gesetzt."

Der US-Konzern verweigere seinen Mitarbeitern nicht nur den Schutz eines Tarifvertrages, "sondern versucht gleichzeitig, in Deutschland eine Wildwest-Kultur des Heuerns und Feuerns zu etablieren", bemerkte Nutzenberger. In den Amazon-Versandzentren Leipzig, Bad Hersfeld und Graben hatten in der vergangenen Woche Beschäftigte für den Abschluss eines Tarifvertrages gestreikt, den das Unternehmen nicht will.

ts/dpa-afx

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